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Autor Thema: Zwischen Sarrazin und Muezzin  (Gelesen 1335 mal)

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am: 17. Januar 2011, 10:42:51

Offline TC Melanie

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am 060211 um 18.30uhr auf zdf

Neues aus Neukölln
Spätestens seit Thilo Sarrazins Bestseller ist der Berliner Stadtteil Neukölln für viele Deutsche endgültig zum Synonym für fehlgeschlagene Integrationsbemühungen, für Hartz IV, für Jugendkriminalität geworden. Berlins größter und ärmster Bezirk gilt als das größte bundesdeutsche Ghetto. "Multikulti ist gescheitert", skandierte schon vor Jahren Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky und gab damit auch ein Signal für viele deutsche Bewohner des Viertels: Wer kann, zieht weg!

Doch zwischen all den unbestrittenen Problemen, inmitten der Gewalt und der Hoffnungslosigkeit gibt es auch immer mehr Menschen, die nicht bereit sind, ihren Kiez aufzugeben. Da ist Gilles Duhemes, ein in Paris geborener Berliner, der mit seinem kleinen Verein "Morus 14 e.V." allen Schwierigkeiten zum Trotz 100 Kindern aus Migrantenfamilien kostenlose Schülerhilfe anbietet. Sein Motto: "Wir brauchen nicht mehr Geld für die Familien, wir müssen Gehirnzellen importieren, wir dürfen diese Kinder nicht aufgeben."

Da gibt es Songül Cetinkaya, eine Bewegungstherapeutin, die seit Jahren mit schwer erziehbaren Jugendlichen Tanzworkshops veranstaltet und auch dann nicht aufgibt, wenn sie bedroht und beleidigt wird. "Man muss die Perlen entdecken und sie fördern, dann gibt es gute Vorbilder und dann geht es auch mit Neukölln bergauf", davon ist die 36-Jährige überzeugt. Und es gibt auch die Ur-Neuköllner noch, Menschen wie Elke Binios. Sie ist ein Kind der Nachkriegszeit, kann sich noch an Zeiten erinnern, in denen in Neukölln Kühe in Hinterhöfen gehalten wurden: "Ick zieh hier nüsch mehr weg. Mir könnse nur noch mit de Zinnkiste raustragen."

Die ZDF.reportage von Güner Balci begleitet diese Menschen in ihrem Neuköllner Leben, lässt sie über ihre Gefühle und Ängste sprechen, ist nah dabei, wenn es Konflikte gibt. Ein Film über den Alltag in einem Viertel, das von vielen in der Republik bereits abgeschrieben wurde.
Zum Reisen gehört Geduld, Mut, guter Humor, Vergessenheit aller häuslichen Sorgen, und dass man sich durch widrige Zufälle, Schwierigkeiten, böses Wetter, schlechte Kost und dergleichen nicht niederschlagen lässt.

Im Leben geht es nicht darum zu warten, bis das Unwetter vorbei zieht, sondern zu lernen im Regen zu tanzen!


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