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Freiheit ist für Necla Kelek das Wichtigste im Leben. Und sie ist ein Mensch, der viel und gerne lacht. Das Lachen hat sie auch in den schwierigen Momenten ihres Lebens nicht verlernt.
Als kleines Mädchen durfte sie in Istanbul Anfang der 1960er-Jahre mit ihren Geschwistern auf der Straße spielen, ins Kino gehen, Sport treiben, Musik hören.
Ihre Eltern waren zwar im Islam verwurzelt, doch legten sie die muslimischen Regeln nicht allzu streng aus. Als die Geschäfte von Neclas Vater in der Türkei schlecht laufen, geht er als 'Gastarbeiter' nach Deutschland. Drei Jahre später folgt ihm die Familie nach. Necla ist zehn, und in der Volksschule ist sie die einzige Türkin. Sie lernt schnell und fühlt sich angenommen. Die Familie beginnt, sich einzuleben.
Als weitere türkische Familien nachkommen, verändert sich etwas: Plötzlich darf Necla nicht mehr am Sportunterricht teilnehmen, sie darf keine deutschen Freundinnen mehr haben, nicht mehr allein ins Café gehen. Was die anderen denken und sagen, wird wichtig. Necla möchte die neuen Regeln verstehen. Doch der Vater erklärt nichts, ordnet einfach an. Während ihre ältere Schwester sich fügt, widersetzt sich Necla. Es folgen lange Jahre des Kampfes zwischen Tochter und Vater, ein Kampf, in dem sich am Ende Necla durchsetzt. Sie kann sogar die Universität besuchen.
Heute setzt sie sich öffentlich für die Freiheit von muslimischen Frauen in Deutschland ein; der Kampf gegen die sogenannte 'Zwangsehe' ist ihr ein besonderes Anliegen. Lachend erzählt Necla, wie ihre Mutter ihr häufig gesagt hat: 'Deine Freiheit hast du nur deiner zu großen Nase zu verdanken. Sonst hätten wir für Dich einen Bräutigam gefunden!' Ihren deutschen Bräutigam hat sich Necla selbst ausgesucht.