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Millionen goldgelber Aprikosen trocknen in der Sonne. Die saftigen Früchte aus Anatolien werden auch das "Gold aus dem Zweistromland" genannt. Auf Plantagen an den Ufern des Euphrats wachsen 95 Prozent aller weltweit verarbeiteten Aprikosen. Doch hinter malerischen Fassaden brodeln Konflikte, unter anderem mit alten Patriarchen um mehr Selbstbestimmung. Und über allem schwebt die Sorge um die Auswirkungen der Klimaschwankungen auf die Ernte. "360 - Geo Reportage" hat nicht nur die Aprikosenernte dokumentiert, sondern zeigt auch eine Familie im Umbruch.
Details
Yusuf Aydins acht Hektar große Plantage befindet sich am Ortsrand des Dörfchens Koldere in der türkischen Provinz Malatya. Yusuf leitet die Plantage, die er von seinem Vater Izmet übernommen hat. Zwischen den beiden herrscht ein Kampf um Macht und Besitz. Dem alternden Patriarchen fällt es schwer, die Leitung der Firma und des Familienclans abzugeben. Yusuf produziert seit einigen Jahren Bio-Aprikosen und widerlegt damit die jahrzehntelang praktizierte These seines Vaters, dass nur geschwefelte Früchte auf dem westeuropäischen Markt Absatz finden. Doch nicht nur in diesem Punkt hat er gegen die Vorstellungen seines Vaters gehandelt. Yusuf hat vor Jahren seine heutige Ehefrau Rabia gegen den elterlichen Willen geheiratet. Seitdem spricht Izmet kein Wort mit seinem Sohn, und auch Rabia bekommt die Abneigung ihrer Schwiegereltern zu spüren. Zumal die gesamte Familie - der Tradition Anatoliens gemäß - unter einem Dach lebt. Doch nun will Yusuf mit seiner Familie in die Stadt ziehen. Dafür braucht er Geld. Das bedeutet, dass die diesjährige Ernte gelingen und sich bei den stetig schwankenden Weltmarktpreisen außerdem gut verkaufen muss. Wird es Yusuf und Rabia gelingen, sich weiter gegen den Vater durchzusetzen, und werden sie im August einen guten Preis auf dem Aprikosenmarkt erzielen können?