TÜRKEI: Boom statt Bomben - Versöhnung im Kurdenkonflikt?
Autor: Michael Schramm / ARD Istanbul
Über Jahrzehnte weigerte sich der türkische Staat strikt, mit Vertretern der Kurden über eine friedliche Beilegung des Konflikts auch nur zu reden. Die Bilanz bis heute: Mehr als 40.000 Tote, eine Million Flüchtlinge und 3.000 zerstörte Dörfer. Nun gibt es Anzeichen für ein dauerhaftes Tauwetter: Erstmalig hat die "Untergrundorganisation Arbeiterpartei Kurdistans", kurz PKK, zweimal hintereinander einen einseitigen Waffenstillstand erklärt. Und: der gefangene PKK-Chef Öcalan spricht gar von "Verhandlungen", die er mit der Türkei führen würde. Beide Seiten haben wohl eingesehen, dass sie mit Waffen und Anschlägen nicht mehr weiterkommen. Die PKK verliert zunehmend Rückhalt in den eigenen Reihen, auch weil die Wirtschaft im Kurdengebiet boomt und die Menschen jetzt eine Perspektive für sich sehen. Und der türkische Staat räumte bei sich Fehler und den Kurden mehr Freiheiten ein.
Quelle