Urlaubsfrust: Infektionen und Geschlechtskrankheiten
Wenn die Deutschen in den Urlaub fahren, bringen sie häufig Souvenirs mit. Zwei davon sind durchaus unliebsamer Natur und werden seit längerer Zeit immer häufiger: Pilzinfektionen und Geschlechtskrankheiten.
Das "Urlaubspräsent" hat sich in den vergangenen Jahren verändert. Viele Urlaubsrückkehrer fahren gleich zum Arzt, um ihre Infektion zu präsentieren.
Dabei geht es weniger um Malaria oder SARS, sondern um vermeintlich harmlosere Erkrankungen, die jedoch die Lebensqualität beeinträchtigen wie etwa Infektionen, die durch Fliegenlarven ausgelöst werden.
Die Hoffnung, Infektionserkrankungen seien besiegt, hat sich auch nach 100 Jahren intensiver Forschung nicht erfüllt. Im Gegenteil: Die Menschen in den hoch entwickelten Industriestaaten mussten lernen, dass Viren sogar Krebs auslösen können und dass manche Bakterien im Verdacht stehen, Gefäßerkrankungen zu verursachen, die letztlich zum Herzinfarkt führen.
Nachfolgend eine Auswahl:
Orientbeule
Gehört zu den so genannten "Leishmaniasen", die durch Infektionen mit parasitären Einzellern hervorgerufen werden. In diesem Fall wird an der Stichstelle ein chronisches Hautgeschwür verursacht. Der Stich der Mücke wird dabei meist nicht einmal bemerkt. Die Inkubation kann einige Wochen bis mehrere Monate betragen. Allgemeinerscheinungen bestehen nicht. Nach der Abheilung besteht lebenslange Immunität.
Schutz: Mückenschutz nachts ist in Endemiegebieten (Mittelmeerraum, Afrika, Asien, Amerika) die wirksamste Prävention.
Strongyloidiasis
Die Larven der S. leben im feuchten Boden und bohren sich durch die intakte, bloße Haut des Menschen. Über den Blutkreislauf gelangen sie zunächst in die Lunge, von dort in den Rachen, werden verschluckt und siedeln sich schließlich im Dünndarm an. Die Infektion verursacht Reizhusten und leichtes Fieber bei Durchwanderung der Lunge. Gefährlich ist das so genannte Hyperinfektionssyndrom, bei dem Würmer in alle Organe, einschließlich das Gehirn, einwandern können. Unbehandelt kann dies tödlich verlaufen.
Schutz: Festes Schuhwerk, geschlossene Kleidung.
Ulcus molle
Diese bakterielle, sexuell übertragbare Erkrankung, auch weicher Schanker genannt, ist in den Tropen weit verbreitet, insbesondere in Städten mit hoher Promiskuität. Die Erreger verursachen Geschwüre im Genitalbereich. Die Diagnose erfolgt durch den Erregernachweis aus Material der Geschwüre.
Schutz: Geschützter Geschlechtsverkehr.
Whirlpool-Dermatitis
In schlecht gewarteten Whirlpools oder Schwimmbädern können sich die Bakterien, die diese Erkrankung auslösen, gut vermehren. Nach einer Inkubationszeit von 1 bis 8 Tagen kommt es nach dem Erreger-Kontakt zu einem juckenden Hautausschlag mit Bläschenbildung. Eine Mittelohrentzündung oder andere Entzündungen im Nasenrachenraum sowie Übelkeit und Erbrechen können hinzukommen.
Schutz: Meiden Sie schlecht gewartete Anlagen.
Wucheria
Die 5-10 cm langen, erwachsenen Würmer leben in den Lymphgefäßen des Menschen. Ihre Larven gelangen in bestimmten Zeitabständen ins Blut. Von dort werden sie wiederum durch Stechmücken aufgenommen und auf diese Weise weiterverbreitet. Bei starkem Befall kommt es zu unförmigen Verdickungen der betroffenen Körperteile (meist Beine oder Arme, sog. Elephantiasis).
Schutz: Geschlossene Kleidung, Repellentien in Endemiegebieten.
Quelle: RP-Online
Und welche "Souvenirs" habt Ihr schon mitgebracht? o.O