23. April 2018, 22:25:25

Reiseland Türkei - Deine Infocommunity!


Autor Thema: Erste Türkeireise  (Gelesen 9644 mal)

Antwort #15
am: 22. April 2012, 19:52:21

Offline Carlos

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@Dea,
wir waren auch in Kapiriki. Leider nur einen Tag, aber es hat uns dort gut gefallen. Natürlich haben wir nicht mal halb soviel gesehen wie du/ihr. Die Wanderung zum Kloster war wie's aussieht lohnenswert! thumbsup Im August aber sicher zu heiß.

Verrätst du bitte in welcher Pension ihr übernachtet habt?

Antwort #16
am: 23. April 2012, 05:56:00

Offline TC Melanie

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ICH BIN BEGEISTERT!!!
es gibt also tatsächlich noch menschen, die sich nicht für sterne und all inklusive interessieren! :applause: :applause: :applause:
vielen dank liebe dea für diesen tollen und sehr informativen bericht und die vielen schönen fotos! danke für deine reiselust, deinen mut und deine unvoreingenommenheit dieses wunderbare land zu besuchen  thumbsup
Zum Reisen gehört Geduld, Mut, guter Humor, Vergessenheit aller häuslichen Sorgen, und dass man sich durch widrige Zufälle, Schwierigkeiten, böses Wetter, schlechte Kost und dergleichen nicht niederschlagen lässt.

Im Leben geht es nicht darum zu warten, bis das Unwetter vorbei zieht, sondern zu lernen im Regen zu tanzen!

Antwort #17
am: 23. April 2012, 07:57:38

Offline melitta

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ach wunderschön  :D :D

ich habe deinen Bericht und deine Bilder von Herzen genossen  :love: :love:

Melitta

Antwort #18
am: 23. April 2012, 08:10:12

Offline Gitte

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Schöner Bericht, danke, dass wir an Euren ersten Gehversuchen in der Türkei teilnehmen durften, die anscheinend professionell geplant und durchdacht waren.
Schön, dass es Euch so gut gefallen hat und ihr gleich eine Menge von Land und Leuten erleben und erfahren konntet.
Einige Dinge haben wir auf unserer Ägäisfahrt ja auch gesehen, da kamen die noch recht frischen Erinnerungen erneut an den Tag.

Danke, Dea!

Antwort #19
am: 23. April 2012, 14:51:04

Offline Dea

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Teil 9 Didma, Milet, Priene
Am folgenden Morgen genossen wir noch einmal die Stille dieses Ortes. Die Sonne schien und wir beobachteten, wie Dorfbewohner ihre Kühe vom Dorf an den See trieben. Doch dann war Schluss mit Beschaulichkeit - "Power-Trümmer-Anschauen" war angesagt.
Didima war unser erstes Ziel. Auf dem Weg dorthin kreuzten mehrere Ziegenherden die Fahrbahn. Welch ein Bild!
Die Ausgrabungsstelle von Didima teilten wir uns mit einer türkischen Schulklasse, die uns den ganzen Tag "verfolgen" sollte. Wie schön, dass auch hier den Kindern ihr kulturelles Erbe nahe gebracht wird. Didima war das zweitwichtigste Orakel der Antike. Dementsprechend war es mit grandiosen Säulen ausgestattet. Außergewöhnlich war ein großes Fenster, von dem wohl die Orakelsprüche verkündet wurden.
Nächstes Ziel: Milet. Sofort beeindruckt das große Theater. Doch uns zog es auch zur Stadt. Hier also wandelte schon Thales (der vom Thales-Satz, den wir noch aus der Schule kennen) und sagte präzise die Sonnenfinsternis vom 28.Mai 585 v. Chr. voraus. Sein Schüler Anaximander entwickelte unter anderem die erste Weltkarte und entwarf ein Bild des Kosmos, in dem die Erde frei im Raum schwebte. Hippodamos von Milet war ein weitgefragter Stadtplaner im 5. Jhd. vor Christus. Die ionischen Städte an der türkischen Ägäisküste sind die Wiege der Philosophie und Wissenschaft.
Ehrfürchtig betrachteten wir die heute unter Wasser liegende Agora, von der aus ein Prozessionsweg nach Didima ging. Wir erinnerten uns an das großartige Stadttor von Milet, das wir im Pergamonmuseum in Berlin bewundert hatten. In den Faustina-Thermen wird deutlich, wie hoch entwickelt die römische Kultur schon war, als Baden für die Germanen noch ein Fremdwort war.
Mit Blick auf das Theater aßen wir das schlechteste Essen unserer Reise. Selber schuld, wenn man an einem solchen Ort isst.
In Priene konnten wir eine Stadt im Schachbrettmuser nach dem hippodamischen System besichtigen. Die Stadt liegt an einem Abhang. Um sie dort bauen zu können, mussten Terrassen angelegt werden. Von der Stadt aus hat man einen herrlichen Blick auf die Schwemmlandebene des Mäander.

Unser gebuchtes Hotel lag mitten in Kusadasi. Diese Stadt war eine positive Überraschung für uns. Wir brachten sie immer mit Massentourismus in Verbindung. Natürlich gibt es die Bausünden. Die Stadt lebt aber nicht nur vom Tourismus. Sie hat eine Universität und die Ufercafés sind mit westlich gekleideten jungen Leuten bevölkert. Die Lokale am Hafen sind abends voll von Menschen, und wir mussten nicht mehr oder weniger einsam essen wie in Fethiye. In der Fußgängerzone des Altstadtviertels konnte man relativ unbehelligt bummmeln.

Antwort #20
am: 23. April 2012, 15:11:23

Offline Dea

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Teil 10 Ephesos
Der nächste Tag war Ephesos gewidmet. Früh zogen wir los und konnten doch den Menschenmengen nicht entgehen. Allerdings hörten wir einen Reiseführer erzählen, es sei heute wirklich wenig los. Nun, denn.
Vorbei am Theater ging es zur berühmten Celsusbibliothek. Welch ein herrliches Bauwerk im Ensemble mit dem benachbarten Südtor.
Doch dann kam die Überraschung von Ephesos! Eigentlich hatte ich gedacht, wir wüssten, was uns in Ephesos erwartet und die Hanghäuser wurden nur am Rande erwähnt. Jetzt ist alles schön hergerichtet und ein absolutes Highlight unserer Reise. Zuerst sieht man den sogenannten Marmorsaal und Tische auf denen hunderte von kleinen Marmorstückchen liegen. Eine Zeitung titelte wohl: "Das größte Puzzle der Welt". Welch eine Arbeit! Aber dann ging es erst richtig los. Jede Menge Räume mit Wandbemalungen wie in Pompeji! In den Ausgrabungsstätten geht man Straßen entlang und kann sich vorstellen, durch welche Pracht an Tempeln, Brunnenanlagen und Arkadengängen sie führten. Hier kann man sich vorstellen, in welcher Pracht die - wohl in diesem Fall begüterten Menschen - wohnten. Über mehrere Stockwerke ging es aufwärts. Der Extraeintritt lohnt sich auf jeden Fall. Eine Broschüre über diese Ausgrabungen gibt es leider noch nicht. Eine österreichische Archäologin ist gerade dabei, eine zu erstellen.
Nachdem wir den Rest der Hauptstraße noch besichtigt hatten, wendeten wir uns der Marienkirche zu. An diesem Platz fand 431 n. Chr. das dritte Ökumenische Konzil statt. Es ging darum, ob Christus  gleichzeitig Gott und Mensch sei oder nur göttlicher Natur. 433 n.Chr. fand man eine Kompromissformulierung. 449 n. Chr. wurde von Kaiser Theodosius II hier erneut ein Konzil einberufen, dass als Räubersynode in die Geschichte einging, weil die These, Christus sei nur göttlicher Natur mit Waffengewalt durchgesetzt wurde. Das Konzil wurde später nicht anerkannt und die Beschlüsse im Konzil von Chalkedon 449 n. Chr. verworfen. Ein geschichtsträchtiger Ort also, der Kirchengeschichte schrieb.
Wir fuhren dann noch zur "Höhle der Siebenschläfer". Dort hat sich inzwischen auch der Touristenrummel breit gemacht und die Katakomben sind nicht mehr zugänglich. Was man von außen sah, erinnerte uns an die Katakomben von Ispica auf Sizilien.
Im archäologischen Museum von Seldschuk konnten wir dann die außergewöhnlichen Fundstücke aus den Hanghäusern bewundern: einen Klappstuhl und einen Klapptisch. Auch die Artemis von Ephesos war eindrucksvoll.
An der Isa-Bey-Moschee wurde ich von einem der Händler regelrecht verfolgt und erst ein harsches "hayir" vertrieb ihn. In der Moschee sind Teile des Artemissions, eines der sieben Weltwunder eingebaut. Vom Weltwunder selbst ist nur das Fundament und eine Säule übrig geblieben. Sehr kümmerlich!

Antwort #21
am: 23. April 2012, 15:29:26

Offline Laurie

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Liebe Dea

auch von mir vielen herzlichen Dank für deinen tollen Bericht bisher. Viele deiner besuchten Orte habe ich schon selbst gesehen und umso mehr freue ich mich über deine Fotos und Erzählungen.
Besonders spannend finde ich, dass ihr als Türkeineulinge eine solche Reise selbst organisiert und durchgeführt habt, Hut ab, da kenne ich viele, die sich das nicht zutrauen würden.
Ach und zu Dalyan: Wir waren schon zwei Mal im August da, es hat zwar wirklich viele Boote, aber gegenüber der Riviera ist es dort immer noch ruhig und erholsam.

Liebe Grüße
Laurie

Antwort #22
am: 23. April 2012, 15:51:19

Offline Dea

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Teil 11 Izmir
Nun ging es wieder zurück nach Izmir. Das Museum für Geschichte und Kunst, in dem die meisten archäologischen Funde untergebracht sind, hat uns gar nicht gefallen. Uns kam alles sehr lieblos präsentiert vor. Natürlich waren der Flussgott Kaystros aus Ephesos und der Fries des Dionysos-Tempels von Teos sehr schön, aber wenn wir ganze Vitrinen voller Pöttchen sehen, haben wir schon genug. Das Konzept dieses Museums gefällt uns einfach nicht.
Nach einem Imbiß an einer der Imbißbuden in der Altstadt um den Basmane Bahnhof ging es nochmals in den Basar, der uns einfach gut gefällt. Wir überquerten dann den Feysi Pasa Bulvari und plötzlich waren fast keine Frauen mehr auf der Straße zu sehen. Und was wurde hier verkauft? Handys und allerlei elekronisches Spielzeug. Um die Ecke dann gab es eine Straße, die wohl in Izmir den Obi ersetzt :). Frauen scheinen sich dafür weit weniger zu interessieren, als für die Braut- und Abendkleider auf der anderen Straßenseite.
Einen Briefkasten fanden wir in ganz Izmir nicht und die Post hatte zu, weil Sonntag war. Auch auf dem Flughafen sind wir unsere Karten nicht losgeworden und haben sie hier zu Hause per Hand überreicht. Ab jetzt gibt es nur noch e-mails mit Bildanhang aus dem Urlaub, diese Jagd nach Briefmarken und Briefkästen (übrigens nicht nur in der Türkei) ist uns zu dumm. 
Am nächsten Morgen in aller Frühe ging es dann wieder heimwärts.


Die Reise war ein voller Erfolg. Es hat alles gut geklappt. Wir hatten die Unterkünfte bei booking.com vorgebucht und selbst in der kleinsten Pension sprach jemand ein bißchen Englisch. Überall hatten wir auch kostenlosen Internetzugang.
Wenn sich die Türkischkenntnisse auf die Höflichkeitsfloskeln beschränken, ist ein näherer Kontakt zur Bevölkerung nicht möglich, aber überall begegnete man uns freundlich und hilfsbereit.
Die Türken fahren zwar eine wenig unorthodox, aber nicht agressiv. Die Straßen sind oft vierspurig ausgebaut, so dass das Fahren sehr angenehm ist.
Die Abkürzung TL für türkische Lira hat uns immer zum Schmunzeln gebracht, weil das bei uns in Schwaben die Abkürzung für den Wein Trollinger-Lemberger ist.
Der nächste Türkeiurlaub entsteht schon langsam in meinem Kopf. Antalya, Konya, Afyon und das Phrygische Hochland, Aizanoi und über die Lykische Küste zurück nach Antalya. Das wird wesentlich "ländlicher". Aber unsere erste Reise hat uns sehr ermutigt auch abseits der ausgetretenen Pfade zu reisen.
Ich freue mich, dass unser Bericht Euch gefällt.

Antwort #23
am: 23. April 2012, 15:53:19

Kaefer

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Bin begeistert  :go go go:

darf ich fragen wie lange ihr unterwegs wart??

Antwort #24
am: 23. April 2012, 16:58:03

Offline Dea

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15 Tage, ca 1800km gefahren. Uns macht es nichts aus, aus dem Koffer zu leben. Wir waren immer höchstens zwei Nächte in einem Quartier. Das machen wir lieber, als mehrere Ziele von einem Punkt aus zu erkunden, weil die Wege dann oft weit werden und man ja immer noch die Rückfahrt hat.

Antwort #25
am: 23. April 2012, 17:14:19

Offline Bienchen

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Danke schön Dea  heuschnupfen es hat Spass gemacht, mit Dir mitzureisen und Deine Fotos anzusehen!  :yeah:

LG Bienchen  :love:
Was immer auch geschieht: Nie sollt Ihr so tief sinken, von dem Kakao, durch den man Euch zieht, auch noch zu trinken! (Erich Kästner)

Antwort #26
am: 23. April 2012, 18:50:49

Online Floh

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Hallo Dea


für euren 1ten TR Urlaub habt ihr euch gleich das volle Programm gegeben  ;D ;D  thumbsup


tolle Bilder ( da bekommt man "Heimweh" ) super berichtet :)  ...vielen Dank dafür  thumbsup   thumbsup



lg Floh


http://www.razyboard.com/system/user_tomtom35.html
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http://www.tierheim-oezdere.de


Anna-Maria 21.12.2001
Aylin          17.03.2015
Ilyas          25.01.2016

Antwort #27
am: 23. April 2012, 20:06:21

Offline TC Melanie

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ich ziehe meinen hut vor dir dea!!!  :allah: 15 tage volles programm, das erste mal türkei!  thumbsup
das schaffen wir in 4 5 wochen nicht, aber wenn wir mal gross sind........respektive, wenn wir keine kids mehr bei haben, dann.... thumbsup
vielen vielen dank für deine schilderungen und die vielen fotos  bluemchen
Zum Reisen gehört Geduld, Mut, guter Humor, Vergessenheit aller häuslichen Sorgen, und dass man sich durch widrige Zufälle, Schwierigkeiten, böses Wetter, schlechte Kost und dergleichen nicht niederschlagen lässt.

Im Leben geht es nicht darum zu warten, bis das Unwetter vorbei zieht, sondern zu lernen im Regen zu tanzen!

Antwort #28
am: 24. April 2012, 07:45:27

Offline melitta

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auch ich möchte mich bedanken, für den wunderschönen und tollen Bericht   :applause:
auch meine Hochachtung dafür, dass ihr als Türkeineulinge gleich ein so volles Programm gefahren seid  :allah:

Melitta

Antwort #29
am: 24. April 2012, 08:12:15

Offline Dea

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Mit Kindern wäre so ein Programm nicht möglich, das ist klar.
Das Programm sieht vielleicht nach viel aus, doch bis auf die Tage an denen wir in Aphrodisias und Herikleia und Didima, Milet, Priene waren, war es relaxter als es aussieht. Da wir morgens spätestens um 9 Uhr unterwegs waren, gab es am Nachmittag genügend Zeit auf Pensionsterrassen, Hotelbalkonen oder Cafés herumzuhängen und zu relaxen.
Dann trägt natürlich auch die Jahreszeit zum Gelingen dieses Planes bei. Im Juli oder August in der Hitze, möchte ich das nicht machen. Mit dem Wetter hatten wir Glück, wir hatten zwar von leichtem Schneetreiben bis strahlendem Sonnenschein alles dabei, doch nur das Gewitter in Pergamon (was ja irgendwie auch sein Gutes hatte ) hat unser Programm beeinträchtigt. Mein Mann hätte sich allerdings manchmal ein paar mehr Sonnenlöcher im Wolkenmeer gewünscht, da die Fotos dann an Strahlkraft gewinnen.