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Autor Thema: Theater und Humoriges!  (Gelesen 5236 mal)

1 Antworten am Theater und Humoriges!
am: 21. Januar 2008, 08:42:11

Offline TC Melanie

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Karagöz&Hacivat

Das Spiel mit Schein und Wirklichkeit,Theater und Märchen für mehr als 1001 Nacht.
Franz Xaver Kroetz auf türkisch im Istanbuler Theater, Schwanensee in Ankara - die Bühne orientiert sich am europäischen Standart.
Nur noch selten sind traditionelle Szenarien des osmanischen Theaters oder Meddah, der Märchenerzähler zu sehen. Wenn jedoch die Aufführung einens Schattenspieles, oder einer Volkskomödie angekündigt ist, sollte der europäische Besucher sie nicht versäumen. Nicht nur die Darsteller, auch die Anteilnahme der Zuschauer ist ein Erlebnis.

Karagöz, das Schattenspiel
Der Erfinder des Schattenspiels, so heisst es, habe in China einen Abendspaziergang gemacht und plötzlich durch das Papierfenster einen innen beleuchteten Hauses die Bewegung der Menschen wahrgenommen. Da sei ihm die Idee zu einer Kunstform gekommen, die Zeitalter überdauern und sich quer über den asiatischen Kontinent verbreiten sollte. Auf welchem Weg jedoch das hochentwickelte Schattenspiel Südostasiens und Indiens nach Anatolien gelangte, ist noch umstritten. Eine Überlieferung berichtet, dass Sultan Selim I. bei seiner Einnahme Ägyptens im Jahre 1517 in Kairo eine Vorstellung zu sehen bekam. Begeistert habe er sogleich alle Künstler und Künstlergepäck mit nach Istanbul genommen.
Der indischen Anschauung, die Welt der Gegenstände sei nur Schein und nicht Wirklichkeit, war das Schattenspiel insofern entgegen gekommen, als auf der weissen, von hinten angeleuchteten Fläche nur Schatten agierten, während der wirkliche Akteur verborgen blieb.
Auch der Monotheistische Islam konnte sich auf diese Kunstgattung seine Philosophien machen. Kann doch die Vielzahl der Figuren einschliesslich ihrer Stimmen von einem einzigen Meister gelenkt und dargestellt werden. Ein Lehrbeispiel für die Allmacht Gottes, des Weltenlenkers.
Die Hauptfigur, die dem türkischen Schattenspiels den Namen gab, ist ein Zigeuner. Er ist ungebildet, aber pfiffig. Sein Freund und Gegenspieler ist Hacivat, kennt osmanische Oden auswendig, ist aber pendantisch, steif und findet sich im Leben schlechter zurecht. Daneben gibt es 2 Frauenfiguren, die eingesetzt werden, wenn die Handlung sie braucht, ausserdem Repräsentanten der in der Türkei ansässigen Minderheiten: Juden, Lazen, Armenier, die ihre Dialekte sprechen und für mancherlei komische Missverständnisse und Sprachwitz sorgen. All diese und andere Figuren  sind dem Publikum bekannt und haben in jedem neuen Stück ihre Funktion. Ehe das Spiel beginnt, betrachtet das Publikum einen Schauvorhang, der sie auf den oft politisch hintergründigen Inhalt einstimmen soll.




Die Märchenerzähler - Meddah
Auch diese Kunst hat in der Türkei eine lange Tradition. Weil sie keinerlei äusseren  Aufwand benötigt , nur Stimme, Mimik und Gestik des Darstellers, konnte sie in armen wie auch reichen, ländlichen und auch städtischen Verhältnissen gedeihen. Die berühmtesten Meddahs traten in Istanbuler Kaffeehäusern auf . Nicht selten wurden sie in den Palast gerufen um den Sultan mit seinen Gästen zu unterhalten. Der Meddah ist ein Stimmenvirtouse. Er erzählt eine Geschichte, in der möglichst viel wörtliche Rede vorkommt: kreischende Kinder, kneifende Schwiegermütter, polternde Staatsbeamte und stotternde Dorftrottel. Seine Reden begleitet er mit viel Mimik und sparsamer Gestik. Je grösser seine Meisterschaft, desto eher vergisst der Zuschauer, nur einen einzigen Menschen vor sich zu haben, der ihm eine Handlung mit vielen Personen vorgaukelt.



Nasreddin Hodscha:
Der türkische Humorist und Dichter wurde 1208 in einem Dorf bei Sivrihisar geboren.
Sein Vater , Abdullah Efendi ein Imam (Theologe) des Dorfes und sehr angesehn. Angeblich soll Nasreddin Hodscha an der "Medresse" (theologische Schule) von Konya studiert haben und zeitweilig als "Kadi" (Richter) und Lehrer gewirkt haben.
Seine Werke, Erzählungen und Fabeln, gehören bis heute zum Volksgut der Türkei und werden von Generation zu Generation weitererzählt, obwohl sie auch in schriftlicher Form vorliegen und in viele Sprachen übersetzt worden sind.
Nasreddin Hodscha starb 1283 in Aksehir bei Konya, wo auch sein Grab zu sehen ist. In Aksehir finden alljährlich vom 5.-10. Juli Festspiele zu seinen Ehren statt. Literarisch kann er mit Till Eulenspiegel verglichen werden.


Zum Reisen gehört Geduld, Mut, guter Humor, Vergessenheit aller häuslichen Sorgen, und dass man sich durch widrige Zufälle, Schwierigkeiten, böses Wetter, schlechte Kost und dergleichen nicht niederschlagen lässt.

Im Leben geht es nicht darum zu warten, bis das Unwetter vorbei zieht, sondern zu lernen im Regen zu tanzen!

Antwort #1
am: 29. September 2009, 06:31:31

Offline TC Melanie

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UNESCO: Karagöz ist Türkisch

In der Debatte um das kulturelle Erbe der Schattenspielfuguren Karagöz hat die UNESCO ein vorläufiges Ergebnis bekannt gegeben.

Die seit Jahrhunderten berühmten Schattenfiguren Karagöz und Hacivat sind türkisches Kulturerbe. Das bestätigte ein Gremium im Unterausschuß der UNESCO. Griechenland legte dagegen keinen Einspruch ein. Das Gremium das aus sechs vertretern aus sechs Staaten zusammengestellt wurde, soll ein letztes mal im Oktober zusammen kommen und das Thema bewerten. Zuvor hatte das griechische Kulturministerium beim europäischem Patenamt in München die Namensrechte der Schattenfiguren sichern wollen. Im Zuge der Debatte um die Zugehörigkeit hatte sich ein Verein an das türkische Kultur und Tourismusministerium gewandt und um Klarheit gefordert. Die Türkei berief im Anschluß daran, in der UNESCO ein Ausschuß zusammen das diese Frage aufklären sollte.

Die Namen Karagöz und Hacivat sind die Bezeichnung für Figuren eines Schattenspiels. Die Theaterspiele bei dem ein Tasvir genanntes, als Mensch, Tier oder Gegenstand geformtes Stück aus einem Kamel- oder Kuhfell auf einen weißem Vorhang bei starkem Licht von hinten hin und her bewegt wird, soll aus dem süostasiatischem Raum stammen, wurde im Zuge der Völkerwanderung nach Kleinasien gebracht. Zu Zeit des Osmanischen Reiches gelangte das Schattenspiel auch nach Griechenland und in den Balkanraum. In Griechenland wird sie unter dem Namen "Karagiozis" gespielt.

Um das "kulturelle Erbe" hatte Griechenland immer wieder Namensrechte einverleiben wollen. Bestrebungen des zypriotischen Landwirtschaftsministeriums, die Markenrechte für die Süßspeise Lokum in Europa zu sichern,  das bisher als "Turkish Delight" bekannt war, wurde z. B. durchgesetzt. Seit mehr als 2 Jahren darf die Süßspeise in Europa nicht als "Turkish Delight" vertrieben werden. Das Wort Lokum stammt aus dem Türkischen und die Süßspeise wurde erstmalig im 17. Jhdt. hergestellt und ist eines der ältesten Konfekte der Welt, wie man es in verschiedenen Überlieferungen aus osmanischen Archiven lesen kann.

Quelle
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