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Autor Thema: Mustafa Kemal Atatürk!  (Gelesen 2400 mal)

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am: 21. Januar 2008, 08:45:27

Offline TC Melanie

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Mustafa Kemal Atatürk

Sein Porträt, ein kühles und entschlossenes Gesicht,, hängt in jeder Amtsstube, ist auf Münzen, Banknoten, Denkmalsockeln, Plakaten,…..allgegenwärtig.
Mustafa Kemal Atatürk, Vater der Türken, wie sich sein Nachname übersetzen lässt. 2 grossen Fragen nach dem grossen Mann stellen sich:
Wie sähe die Türkei heute aus, wenn es Atatürk nicht gegeben hätte? Und wie, wenn er nicht schon 1923 gestorben wäre? Im Jahre 1881 in Thessaloniki geboren, wurde Atatürk ein fähiger, jedoch ein politisch immer wieder unbequemer Offizier der Osmanen. Berühmt wurde er, als es nicht zuletzt im zu verdanken war, dass die Landungstruppen der Allierten 1915 in der langen Schlacht um die Dardanellen besiegt wurden.
Vier Jahre später wurde er mit der Demobilisierung der anatolischer Truppen beauftragt. Statt dessen organisierte er von den östlichen Provinzen aus, gegen die feindliche Besatzung von Teilen Kleinasiens. Auf den Kongressen von Erzurum und Sivas sammelte er Anhänger.
Nach der Besetzung Istanbuls durch allierte Truppen bildete er in Ankara eine Gegenregierung zur Istanbuler Regierung des Sultans. Eine grosse Nationalversammlung, die sich aus Abgeordneten des osmanischen Parlamentes und hinzugewählten Delegierten zusammensetzte, übte die Legislative aus.
Es ist unglaublich, aber das arme, geschlagene Anatolien mobilisierte Kräfte, die nötig waren um gegen die Franzosen anhaltenden Widerstand zu leisten, und die Griechen zu besiegen und 1922 aus Izmir/Syrna zu vertreiben.
Diplomatisches Geschick der Regierung in Ankara tat ein Übriges: Verträge und Waffenstillstandsabkommen mit den Allierten lagen in den Händen von Mustafa Kemal. Im Jahre 1922 wird das Sultanat abgeschafft, 1923 die Republik proklamiert und im Vertrag von Lausanne die Türkei in ihrer heutigen Grenzen anerkannt.
Bis 1923 war Atatürk nicht mehr als ein erfolgreicher, idealistischer Offizier, der geputscht hat. Seine Grösse offenbarte sich erst in der Zeit nach dem Sieg: Planmässig ging er den Weg zum modernen Nationalstaat. Und das erstaunliche geschah: Die verarmte, unterwickelte Türkei folgte ihm bereitwillig. "Die Souveränität gehört uneingeschränkt dem Volke", so stand und steht es heute noch über dem Rednerpult des Parlamentes in Ankara, der Hauptstadt des neuen Staates. Das war ein Versprechen Atatürks!



"Türke" was im osmanischen Reich oft ein Schimpfwort (etwa Bauernlümmel) gewesen.
Nun sollten die Türken und gerade die Bauern ihr Recht erhalten. Die griechische Minderheit in der Türkei wurde gegen die türkische in Griechenland ausgetauscht.
Innere Probleme blieben aber auch dennoch genug: die Armut des Landes, seine wirtschaftliche Abhängigkeit, die Analphabetenrate von über 90%, die schlechten Verkehrsanbindungen,  und Lebensbedingungen, das Fehlen einer Industrie, die Macht der Grossgrundbesitzer und Imame, besonders in den Dörfern, Korruption in der Beamtenschaft, der Mangel an Schulen und Hochschulen und vieles mehr.
Heute wird darüber diskutiert, ob Atatürk links oder rechts orientiert war. Beide Seiten berufen sich auf ihn, beide Seite deformieren ihn auf unzulässige Weise. Die Wahrheit ist eher: Atatürk war ein Pragmatiker und Nationalist. Fortschritt und nationale Identität und wirtschaftliches Wohlergehen gingen für ihn Hand in Hand.
Eine grundlegende Modernisierung des Landes zu bewerkstelligen war sein Ziel.
Strikte Neutralität, z.B. Freundschaft mit der Sowjetunion, sicherte die nötige aussenpolitische Ruhe. Der Freundschaftsvertrag mit der damaligen UDSSR hinderte Atatürk jedoch nicht, kommunistische Gruppen zu verbieten und zu verfolgen.
Als der Wirschaftsausbau auf kapitalistischem Wege scheiterte, wird der Etatismus eingeführt: Wirtschaftsunternehmen und die Steuerung der Ökonomie unterstehen von nun an dem Staat. Kleine Betriebe dagegen bleiben privat.
Vor allem aber der Staat wird säkulär. Das Kalifat wird 1924 abgeschafft, der Islam verliert 1928 seinen Status als Staatsreligion, die Derwischorden werden verboten. Die Trennung von Staat und Religion geht sogar bis zur Abschaffung von Religionsunterricht in Schulen.
Atatürk erscheint der Islam als Feind des Fortschritts. Das Bildungssystem, das bisher immer noch von Medressen und Moscheeschulen bestimmt war, wird reformiert, staatlicher Schulbau bis in die Dörfer gebracht. Anstelle der arabischen Schrift, wird die Lateinschrift eingeführt, die dem türkischem besser entspricht und leichter zu erlernen ist. Alphabetisierungskampagnen, Volkshäuser, und Dorfinstitute werden eingerichtet, um Bildung und Aufklärung auf's land zu bringen, was letztendlich auch mit grossem Erfolg geschah.
Die grosse Schwierigkeit, den Rechtsstaat und die Modernität gleichmässig überall durchzusetzen, löste jedoch auch Atatürk nicht. Trotz Strassen-und Eisenbahnbau, ein türkisches Dorf bleibt eine andere Welt als Istanbul. In den Städten gelingt die Abschaffung des Schleiers und das Verbot des "FES", auf den Dörfern hält zumindest der Schleier. Laut Gesetz sind die Frauen gleichberechtigt, aber nur im städtischen Bildungsbürgertum können sie diesen Anspruch auch durchsetzen.
So steht die Türkei immer noch zwischen Asien und Europa als Atatürk am 10.11.1938 verstarb.

Gerade in der heutigen Situation ist es wichtig, das Bild Atatürks auch für die Jugend aufrecht zu erhalten!

ATATÜRKIYE
Zum Reisen gehört Geduld, Mut, guter Humor, Vergessenheit aller häuslichen Sorgen, und dass man sich durch widrige Zufälle, Schwierigkeiten, böses Wetter, schlechte Kost und dergleichen nicht niederschlagen lässt.

Im Leben geht es nicht darum zu warten, bis das Unwetter vorbei zieht, sondern zu lernen im Regen zu tanzen!


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