am 130209 um 20.15uhr auf arte
Zypern ist die drittgrößte Mittelmeerinsel. Seit 1974 ist sie in den türkisch besetzten Norden und den griechisch beeinflussten Süden geteilt. Fast ein Drittel der Inselbewohner verlor damals seine Heimat. Doch seit dem Jahr 2003 gibt es eine langsame Annäherung über die von der UNO kontrollierten Demarkationslinie hinweg. Der fünfte und letzte Teil der Dokumentationsreihe "Inseln des Mittelmeeres" erzählt von der bewegten Geschichte Zyperns und vom schwierigen Alltag der Bewohner. Außerdem porträtiert er die Naturschönheiten der sonnenverwöhnten Insel.
Seit 1974 ist Zypern, die drittgrößte Insel des Mittelmeeres geteilt, in den griechischen Süd- und den türkisch besetzten Nordteil. Die Folgen der Invasion, bei der die türkische Armee mehr als ein Drittel der Insel besetzte, sind immer noch spürbar. Jeder dritte Zyprer wurde damals zum Flüchtling im eigenen Land. Viele hoffen bis heute auf die Rückkehr in ihre alte Heimat.
Als Geburtsstätte der Liebesgöttin Aphrodite fand Zypern Eingang in die Mythen der Antike. Südlich der Türkei gelegen, bildet die Insel seit jeher den Brückenkopf zwischen Orient und Okzident. Daher wurde sie über Jahrtausende von Eroberern heimgesucht. Von den Griechen, über die Römer, Byzantiner, Kreuzfahrer und Osmanen bis hin zu den Briten haben alle ihre Spuren hinterlassen. Deutlich zu sehen an der Ruinenstadt Koúrion, der Selimiye-Moschee in Nikosia - einst eine gotische Kathedrale - oder an der Kreuzritterfestung Kantára, die am Eingang der Halbinsel Karpaz auf einem Berggipfel thront.
Daneben bietet Zypern eine beeindruckende Naturkulisse aus zerklüfteten Küsten mit grandiosen Klippen, Sandbuchten und malerischen Häfen. Auf den grünen Berghängen des Tróodos wächst seit Jahrtausenden Wein und machte Zypern als ersten kommerziellen Weinproduzenten bekannt. Mehr als 300 Sonnentage pro Jahr bieten dafür optimale Bedingungen.
Wie aber gestaltet sich der Alltag der Menschen auf Zypern? Wie leben die Zyprer ihre Kultur und Tradition, wie gehen sie mit der Jahrtausende alten Geschichte um? Die Dokumentation begleitet den Musiker Larkos Larkou in sein Heimatdorf im türkisch besetzten Norden. Sie trifft den türkischen Fotografen Mehmet Sik, der seit über 50 Jahren zyprische Geschichte dokumentiert. Nicht zuletzt gibt der Film Einblicke in die zyprische Küche und zeigt die Arbeit von Herodotos Herodotou, der in der Kulturlandschaft des Tróodos-Gebirge Wein keltert.