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Autor Thema: Die Geschichte Istanbuls!  (Gelesen 1623 mal)

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am: 19. März 2009, 07:47:10

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Das vorgeschichtliche Zeitalter

Die Geschichte Istanbuls reicht 300 tausend Jahre zurück. Bei den in der Yarımburgaz Höhle am Rand des Küçükçekmece Sees durchgeführten Ausgrabungen ist man auf erste Spuren der menschlichen Kultur gestoßen. Man nimmt an, dass in jener Zeit Menschen der neolithischen und Kalkolitischer Perioden in der Umgebung des Sees lebten. Bei den zu unterschiedlichen Zeitpunkten durchgeführten Ausgrabungen wurden in der Nähe von Dudullu Werkzeuge aus der niedrigen Paläolithikum Periode gefunden, während in der Nähe von Agaclı Werkzeuge entdeckt wurden, die typisch für die mittlere und obere Paläolithikum Periode sind . Es wird angenommen, dass seit den Jahren 5000 vor allem in Kadıköy Fikirtepe, daneben auch in Çatalca, Dudullu, Ümraniye, Pendik, Davutpaşa, Kilyos und Ambarlı eine dichte Besiedelung stattgefunden hat. Jedoch wurden die Fundamente des heutigen Istanbuls im 7. Jh. v. Chr. gelegt. Die Stadt wurde im 4. Jh. n.Chr. von Kaiser Konstantin neu errichtet und zur Hauptstadt gemacht; seitdem war sie annähernd 16 Jahrhunderte lang die Hauptstadt der Römischen, Byzantinischen und Osmanischen Epochen. Während Istanbul in der Zeit Kaiser Konstantins eines der Zentren des Christentums war, wurde sie nach ihrer Eroberung im Jahr 1453 durch die Osmanen als einer der wichtigsten Städte des Moslems gezählt.

Das Byzantinische Zeitalter (660 v.Chr.- 324 n.Chr.)

Die Megaren, die aus Griechenland kamen, überquerten 680 v.Chr. das Meer von Marmara, erreichten Istanbul und gründeten im heutigen Kadıköy die von ihnen Halkedon genannte Stadt. Die Bevölkerung von Halkedon, das als "Land der Blinden" bezeichnet wurde, betrieb Landwirtschaft. In den Jahren 660 v. Chr. gründete ein anderer Zweig der Megaren unter ihrem thrakisch stämmigen  General Byzanz eine  andere Stadt an dem Ort, an dem sich heute Sarayburnu befindet. Die Megaren, die der Sage nach dem Hellseher des Delphi Tempels gehorchend diesen Ort wählten, nannten die Stadt nach dem Namen ihres Generals "Byzantion". Da man weiß, dass in dieser Gegend vor den Megaren einige thrakische Stämme lebten, nimmt man an, dass die Megaren sich mit der einheimischen Bevölkerung vermischte. Byzantion, das viele Invasionen hinnehmen musste, wurde 269 v.Chr. von den Bithyniern geplündert und besetzt. Im Jahre  202 v.Chr. fürchtete sich Byzantion vor den Mazedoniern und bat Rom um Hilfe. Ab dieser Zeit begann der Einfluss des Römischen Reiches in der Stadt und 146 v.Chr. kam die Stadt unter die Herrschaft Roms. Die Stadt, die zuvor ein Verwaltungsdasein führte, wurde später ein Teil der  Provinz Bithynia-Pontus. So endete ihr 700 jähriger Stadtstaat-Status.  Im Jahre 73 wurde Byzantion an Roms Provinz Bithynia-Pontus gebunden. Kaiser Vespasianus trug zur Entwicklung der Stadt bei. Als das Jahr 193 erreicht wurde, belagerte der römische Kaiser Septimus Severus das die Parther unterstützende Byzantion, plünderte es und lies die Stadtmauern zerstören. Später lies er die Stadtmauern neu errichten und die Stadt wieder aufbauen. Die Straßen wurden durch neue Gebäude neu geordnet. Der Bau des Hippodroms wurde begonnen. 269 wurde die Stadt nun von den Goten überfallen. Die siegenden Goten errichteten ihre Säulen an einem Ort nahe der Meeresküste. Im Jahre 313 eroberten Nicomedianer die Stadt. Konstantin I. gewann die Schlacht gegen die Nicomedianer und eroberte die Stadt zurück.

Das Zeitalter des Römischen Reiches (324 - 395)

Byzantion wurde zum Verwaltungszentrum des östlichen Teils des römischen Reiches gewählt. Diese neue Position bestimmte die wichtige Rolle der Stadt in der Weltkultur und -politik. Konstantin I. (324-337) rief die römischen Aristokraten nach Byzantion und erhöhte so den römischen Bevölkerungsanteil in der Stadt. Eine der neuen Hauptstadt gebührende Bebauungsanstrengung  wurde begonnen. Häfen und Wasseranlagen wurden neu angeordnet. Die Fundamente der Wasserverteilungssysteme innerhalb der Stadt wurden gelegt. Eine neue Stadtmauer wurde zu Verteidigungszwecken errichtet. Der von Septimus Severius begonnene Bau des Hippodroms wurde vollendet. Die Breite des 100 tausend Menschen fassenden Hippodroms betrug 117, seine Länge hingegen 480 Meter. Auf den Mauern befanden sich zahlreiche schmückende Statuen. Die wichtigsten unter ihnen waren die Pferdestatuen. Mit der Besetzung der Stadt durch die Latiner wurden diese Pferdestatuen nach Venedig, auf den Sankt Markus Platz verschleppt. Am Hippodrom (der Sultanahmet Platz) wurden der Kaiserpalast (das Gebiet, in dem sich die Sultanahmet Moschee befindet) und monumentale Gebetsstätten sowie die Akropolis (Gebiet, in dem sich der Topkapı Serail befindet) errichtet. Konstantin I identifizierte die Stadt, die anfangs den Namen Nea Roma (Neues Rom) erhielt, mit seinem eigenen Namen. Am 11 Mai 330 wurde der Name der Stadt als Konstantinopel ausgerufen. Konstanin I., der zuerst die Irenenkirche und danach im Jahre 360 die Hagia Sofia errichten lies, machte die Stadt zu einem für die christliche Welt wichtigen Zentrum.

Das Zeitalter des Byzantinischen Reiches (395 - 1204)

Nach dem Zusammenbruch des Weströmischen Reiches im Jahre 476 wurde das Oströmische Reich zum Byzantinischen Reich und Istanbul wurde Hauptstadt dieses neuen Imperiums. Das 6. Jahrhundert ist für das Byzantinische Reich und für Istanbul der Anfang einer neuen Aufstiegsepoche. In dieser von Kaiser Justinianus I. regierten Epoche wurde die zuvor zerstörte Hagia Sofia in ihrer heutigen Erscheinung neu errichtet und die Spuren der im Jahre 543 in der Stadt aufgetreten Pestseuche, die der Anlass für den Tod der Hälfte der Stadtbevölkerung gewesen war, wurden beseitigt.

Das 7., 8. und 9. Jahrhundert waren für Istanbul Belagerungsjahre. Die Stadt wurde im siebten Jahrhundert von den Sasaniden und Avaren angegriffen, im achten Jahrhundert wurde sie von den Bulgaren und moslemischen Arabern und im neunten Jahrhundert von den Russen und Bulgaren belagert. 1204 wurde die Stadt von den Kreuzrittern erobert und geplündert. Nach dieser Besetzung und Plünderung wurde die größte Stadt des Mittelalters zu einer verarmet Stadtruine mit einer Bevölkerung von 40-50.000 Menschen.

Besetzung durch die Latiner (1204 - 1261)

Istanbul lernte die Kreuzritter zum ersten Mal 1096 kennen. Kaiser Alexios freute sich über das Eintreffen der ersten Kreuzritter, da er hoffte durch sie die 1071 verlorene Stadt Malazgirt zurückgewinnen zu können. Angeblich sollten die von den Moslems zurückeroberten Gebiete an Byzanz abtreten werden und Byzanz sollte die Kreuzritter unterstützen. Jedoch hielten die Kreuzritter nicht ihr Wort und gründeten 1099 das Latinische Königreich Jerusalem. Die Bevölkerung von Istanbul mochte niemals die Kreuzritter und reagierte ständig negativ. In der Zwischenzeit wurden die Kreuzzüge fortgesetzt und der vierte Kreuzzug endete mit der Besetzung und Teilung Istanbuls.

In dieser Zeit herrschte in Byzanz ein Kampf um den Thron. Die Kreuzritter, die hier die Gunst der Zeit erkannten, drangen mit der Hilfe der Venezier ins Goldene Horn ein. Der Angriff begann am 9. April und am 13. April 1204 wurde die Stadt erobert. Istanbul wurde drei Tage lang mit einer noch nie zuvor gesehenen Barbarei geplündert und die Menschen wurden niedergemetzelt. Alle monumentalen Gebäude, unter diesen auch die Hagia Sofia wurden zerstört, Jahrhunderte alte Handschriften wurden verbrannt. Viele wertvolle byzantinische Werke wurden nach Europa verschleppt. Nach diesen drei Tagen wurde die Plünderei zu einer regelmäßigen Gewohnheit und Byzanz wurde zwischen den Kreuzrittern und Venezianern aufgeteilt und so ein Latinisches Imperium gegründet.

Nach dieser Zeit begann Istanbul beständig zu schrumpfen und zu verarmen. Die Aristokraten und Reichen der Stadt wanderten nach Iznik aus. Das Latinische Imperium konnte nur eine Herrschaft über Istanbul und seine Umgebung aufbauen. In Iznik (Nikiea), Trabzon und Ephiros in Griechenland entwickelte sich ein byzantinischer Widerstand. Als man das Jahr 1254 erreichte, war das Latinische Imperium von allen Seiten umzingelt. In der Zwischenzeit war Istanbul sehr verarmt und der latinische Kaiser Baudouin  II. hatte sogar begonnen, die hölzernen Bereiche des Palastes als Heizmittel zu verwenden, um sich zu wärmen. Am Ende eroberte das Kaisergeschlecht der Palailogos im Jahre 1261 Istanbul zurück und beendete so die Latinische Epoche in Istanbul.

Das zweite Byzantinische Zeitalter (1261 - 1453)

Das zweite Byzantinische Zeitalter in Istanbul beginnt in dem Zeitpunkt, in dem das Kaisergeschlecht der  Palailogos im Jahre 1261 Istanbul von den Latinern zurückerobert. Jedoch konnte Istanbul in dieser Epoche ihre einstmalige Bedeutung und Besonderheit nicht mehr zurückgewinnen. Die Stadt, deren Reichtum von den Latinern  vollständig geplündert worden war, hatte in diesem Prozess ihre Bedeutung als Handelszentrum ganz verloren. Die negativen Auswirkungen dieser Situation dauerten während des ganzen zweiten Byzantinischen Zeitalters an und Istanbul, das seine gesamten Handelsüberlegenheiten an Galata verloren hatte, sollte nun zu einer von der Landwirtschaft lebenden und von Mauern umgebenen Stadt werden. Durch die von ihr während jener Epoche erworbenen Privilegien wurde Galata zu einer Stadt, die bedeutender als Istanbul war.

Eine positive Entwicklung für Istanbul während des zweiten Byzantinischen Zeitalters war die Beendung des Konfessionsstreits. In dieser Epoche wurde Istanbul zu einem unbestreitbaren Zentrum des orthodoxen Christentums; außerdem erlebte die byzantinische Kunst ihre reifste Zeit. Die in jenen Jahren in die Kariye (Chora) Kirche eingearbeiteten Mosaiken werden als der Höhepunkt byzantinischer Kunst angesehen.

Das zweite Byzantinische Zeitalter ist zu gleichen Zeit der Prozess, in dem Istanbul von den Osmanen mit einem sich ständig verengenden Kessel umgeben und langsam aber sicher erobert wird. Byzanz, d.h. Istanbul begann ab 1373 den Osmanen Abgaben zu zahlen. Im Jahre 1393 belagerte Sultan Yıldırım Beyazid und im Jahre 1422 belagerte Sultan Murad II. Istanbul, jedoch blieben beide erfolglos. Ab dem Zeitalter von Orhan Gazi  gelangte die anatolische Küste des Bosporus in die Hände der Osmanen. In gleicher Weise wurde im 15. Jahrhundert außer einigen unwichtigen Kleinstädten ganz Thrazien erobert.

Aus diesem Grund waren die byzantinischen Kaiser im 15. Jahrhundert gezwungen, die römische Kirche ständig um Hilfe zu bitten. Jedoch verlangte das Papsttum, dass das Reich sich unter seiner Autorität vereinigen sollte. Byzanz musste sich 1452 dieser Forderung fügen. Der Wunsch, diese Vereinigung in der Hagia Sofia zu feiern, rief  schwere Reaktionen und Proteste hervor. Durch die Eroberung Istanbuls im May 1453 ging das Byzantinische Reich unter. Jedoch begann mit ihrer Eroberung für Istanbul eine neue und blühende Epoche.

Belagerungen der moslemischen Araber

Istanbul war seit Beginn der Kriegszüge der Moslems ein heiliges Ziel. Zuerst machten moslemische Araber und danach moslemische Türken Jahrhunderte lang Kriegszüge nach Istanbul; einige von ihnen belagerten sogar die Stadt. Die Sprichworte des islamischen Propheten Mohammet, in denen die Eroberung Konstantinopels erwähnt und der General, der die Stadt erobern würde, gelobt wird, waren die ausschlaggebenden Gründe für die Ausführung dieser Kriegszüge.
Der erste Kriegszug mit dem Ziel Istanbul wurde in der Khaliphatszeit des Khaliphen Osman durchgeführt. Der damalige Statthalter von Syrien Muaviye bereitete den ersten Meereskriegszug nach Istanbul vor. Dadurch, dass diese Flotte 655 die byzantinischen Seestreitkräfte an der Küste von Fenike zerstörte, wurde der Seeweg für die Moslems geöffnet.

Die erste Belagerung Istanbuls durch die Moslems fand 668 während der Epoche statt, in der Muaviye Khaliph der Omaijaden war. Obwohl das vor Kadıköy lagernde Heer die Belagerung bis zum Frühling 669 fortführte, konnte es die Stadt nicht erobern. Da das Heer große Verluste durch Seuchen erlitt, musste es zurückkehren. Ebu Eyyub El-Ensari, der der Fähnrich des Propheten gewesen war und trotz seines fortgeschrittenen Alters an dieser Belagerung teilnahm, fiel während der Belagerungsschlacht und wurde neben der Stadtmauer beerdigt. Die nach diesem Kriegszug von Muaviye 673 geschickte Flotte drang 674 in das Meer von Marmara ein. Jedoch blieb die 7 Jahre dauernde Belagerung erfolglos.

Die zwischen August - 7-16-September 717 unter der Führung von Mesleme bin Abdü’l-Melik durchgeführte Belagerung war ebenfalls erfolglos. Das vor Istanbul lagernde Heer musste auf der einen Seite wegen schlechte Wetterbedingungen, Hunger und Krankheiten und auf der anderen Seite durch die Angriffe von bulgarischen Banden schwere Verluste hinnehmen. Einigen Quellen zufolge ließ Kaiser Leon III. auf die Bitte von Mesleme hin ein Schlösschen in ein Gebetshaus umwandeln, damit die moslemischen Kriegsgefangenen beten konnten; außerdem zeigte er nach der Aufhebung der Belagerung Mesmele die Stadt.

Die letzte Belagerung durch die Araber fand zwischen 781-782 durch das Heer unter dem Abbasiden Sultan Harun, Sohn des el-Mehdi, statt. Harun besiegte das byzantinische Heer, drang bis nach Üsküdar vor und belagerte die Stadt. Die Belagerung wurde durch einen Vertrag mit Byzanz beendet. Harun er-Reşid, der später den Thron bestieg, hatte den Beinamen "Er-Reşid” während dieses Kriegszuges angenommen. Außer diesen Zügen fanden auch andere Kriegszüge der moslemischen Araber nach Istanbul statt. Jedoch endete keiner dieser späten Kriegszüge mit der Belagerung Istanbuls.

Die Belagerungen Istanbuls durch die Osmanen

Die osmanischen Türken zeigten während des gesamten 14. Jahrhunderts Interesse an Byzanz und an Istanbul. Lange vor der Eroberung selbst waren die gesamten Besiedlungsgebiete der heutigen Istanbul-Metropole, außer denen innerhalb der Stadtmauern, zu Grund und Boden der Osmanen  geworden. Daneben mischten sich die Osmanen während dieses gesamten Zeitalters in die innenpolitischen Angelegenheiten ein und nahmen Partei in den Machtkämpfen von Byzanz. In der bis zur Eroberung andauernde Epoche führten sie in der Umgebung von Istanbul Manöver durch.

Auch wenn das osmanische Heer 1340 zu den Toren von Istanbul vorschritt, so konnte diese Operation  nicht in eine Belagerung umgewandelt werden. Außerdem wurde der von Sultan Murad I. von Çatalca aus begonnenem Kriegszug durch das mit der christlichen Welt gemachte starke Bündnis gestoppt. Die erst starke Belagerung zur Eroberung Istanbuls wurde von Sultan Yıldırım Beyazıd durchgeführt. Durch den mit dem Kaiser gemachten Vertrag konnten die Heere von Yıldırım Beyazıd nicht in die Stadt eindringen.

Sultan Yıldırım Beyazıd übte auch hiernach seinen Einfluss auf Istanbul aus. Er sorgte dafür, dass innerhalb von Istanbul ein türkischer Stadtteil, eine Moschee und  ein Gericht für die juristischen Angelegenheiten der Türken errichtet wurden. Er übte Einfluss auf die Thronersteigung der Kaiser aus, wobei er die osmanischen Interessen beachtete. Diese Tatsache ist eines der wichtigsten Faktoren, die die Eroberung Istanbuls beeinflussten. Der letzte Belagerungsversuch in der Epoche von Sultan Yıldırım Beyazıd fand 1400 statt. Jedoch führte die Besetzung durch Timur dazu, dass diese Operation abgebrochen wurde.

Auch die Belagerung durch Musa Çelebi, Sohn des Sultan Yıldırım Beyazıd, in 1411 blieb erfolglos. Der vor den Erfolgen des osmanischen Heeres zurückschreckende Kaiser beschaffte sich die Unterstützung von dem in Bursa befindlichen Çelebi Mehmed, dem Bruder Musa Çelebis, und sorgte für die Aufhebung der Belagerung. Während der Regierungszeit von Çelebi Mehmed, der später osmanischer Sultan wurde, wurden keine Kriegszüge nach Istanbul durchgeführt.

Die letzte Belagerung vor der Eroberung geschah während der Epoche von  Sultan Murad II. Diese Belagerung, die sich auf eine lange Vorbereitungszeit und gesunde Strategie stützte, verlief viel schwerer ab als die vorherigen. Die Belagerung begann am 15 Juni 1422, indem 10 tausend Pioniere sämtliche Straßen, die Istanbul mit dem Land verbanden, abschnitten. Die Tatsache, dass auch Emir Sultan, die einflussreichste  geistliche Autorität jener Zeit, mit hunderten von Derwischen aus Bursa kam und sich dem Heer anschloss, erhöhte die Begeisterung der Soldaten. Auch wenn der Angriff vom 24. August, an dem auch Emir Sultan teilnahm, sehr aggressiv verlief, so reichte dies nicht aus, die Stadt zu erobern. Diese Belagerung wurde mit der  Revolte von Kronprinz Mustafa, dem Bruder von Sultan Murad II., aufgehoben. Nun ging die Eroberungsarbeit Istanbuls auf den Sohn von Sultan Murad über.

Istanbuls Eroberung

Vor der Eroberung hatte Byzanz seine Eigenschaft eines starken Reiches verloren. Das Reich bestand nur noch aus den Grenzen der Stadt Konstantinopel; außer Konstantinopel bestanden ihre Gebiete aus kleinen Städten wie die Silivri Festung,  Vize und Misivri an der Küste des Meeres von Marmara. Hier wurde es ebenfalls rundherum von den Osmanen eingeschlossen. Die Tatsache, dass die kleinen byzantinischen Städte außerhalb der Stadtmauern nicht zu osmanischen Gebieten wurden, resultierte nicht von deren schweren Widerständen, sondern von der Tatsache, dass man diese Städte nicht ernst nahm und dass das erste Ziel Konstantinopel war. Ferner war der Grund für die letzen erfolglosen Belagerungen nicht das Heer, sondern vielmehr die innenpolitischen Konflikte der Osmanen.

Die Stärke von Byzanz war in dieser Zeit keine imperiale Stärke. Die byzantinischen Kaiser hatten sich außerdem den Osmanen unterworfen an es akzeptiert, jedes Jahr regelmäßige Abgaben zu zahlen. Aus der Sicht der Osmanen hatten sie es anstelle byzantinischer Kaiser mit kleinen Prinzentümern zu tun. Konstantinopel war mehr ein religiöses Zentrum als eine Reichshauptstadt. Dies war die letzte und stärkste Festung der christlichen Welt gegen die moslemischen Orden und durfte um keinen Preis verloren gehen. Aus diesem Grund wurden unter der Führung des Papstes neue Kreuzzüge organisiert.

In dieser Epoche war das wichtigste Problem von Byzanz, das unter den osmanischen Übergriffen und Belagerungen litt, die Tatsache, dass die Organisation in der christliche Welt in zwei Lager, nämlich in das Orthodoxentum und in den Katholizismus, aufgeteilt worden war. Diese Trennung des christlichen Europas bedeutete, dass  Europa das orthodoxe Byzanz nicht ausreichend schützen konnte. Der Kaiser und der Patriarch, die ausweglos versuchten diese Aufteilung abzuschaffen, unterwarfen sich 1439 auf dem Konzil von Florenz der Katholischen Kirche. Die Griechisch-Orthodoxe Kirche unterwarf sich ebenfalls der Katholischen Kirche. Im Streit zwischen der Griechisch-Orthodoxe Kirche und der Katholischen Kirche begann die Epoche eines Bündnisses   wider Willen. So wurde der seit Jahrhunderten andauernde Konflikt zwischen Orthodoxen und Katholiken durch den Druck der Osmanen, wenn auch nur kurzzeitig, eingefroren. Jedoch reagierte das Volk von Konstantinopel überhaupt nicht erfreut auf diesen Vertrag  und die in der Hagia Sofia vollzogene Feierzeremonie begegneten vehementen Protesten des Volkes. Das byzantinische Volk wollte in Konstantinopel keine Europäer sehen und fürchtete, eine neue Latiner Epoche durchmachen zu müssen.

Das starke Kreuzritterheer, das nach der auf dem Konzil von Florenz erzielten Vereinigung, gegründet wurde, erreichte Rumelien 1443 und besetzte es 1444. Jedoch wurden die Kreuzritter durch den von den Osmanen 1444 errungenen Sieg von Varna gestoppt. Diese letzte Schlacht besiegelte das Schicksal Konstantinopels. Für das sich in Anatolien und Rumelien ausbreitende junge osmanische Reich wurde die Eroberung Konstantinopels zu einer unabdingbaren Notwendigkeit. Dieses fremde Element im Herzen des imperialen Gebiets musste beseitigt werden. Der Grund hierfür war die Tatsache, dass Anatolien und Rumelien nur durch die Eroberung von Konstantinopel wirklich miteinander verbunden werden konnten.

Die Vorbereitungen zur Eroberung Konstantinopels begannen das Jahr zuvor. Die für die Belagerung nötigen sehr großen Kanonen  wurden gegossen. 1452 wurde die Seefestung Rumeli gebaut, um den Bosporus zu kontrollieren. Eine aus 16 Galeeren bestehende starke Flotte wurde errichtet. Die Zahl der Soldaten wurde um das Zweifache erhöht. Um zu verhindern, dass Byzanz Hilfe erhält, wurden sämtliche Hilfswege unter Kontrolle gehalten. Es wurde dafür gesorgt, dass das sich in der Hand der Genueser befindende Galata während der Schlacht neutral blieb. Am 2. April 1453 erschienen die ersten osmanischen Pioniertruppen vor Istanbul. Damit begann die Belagerung.

Die Chronologie der Eroberung:

6. April 1453: Eroberer Sultan Mehmed’s Zelt wurde vor Konstantinopel, am St. Romanus Tor (heutiges Topkapı) aufgeschlagen. Am selben Tag wurde die Stadt vom Goldenen Horn bis ins Meer von Marmara eingekesselt.

6.-7. April 1453: Das erste Kanonenfeuer begann. Ein Teil der Stadtmauern in der Nähe von Edirnekapı wurden zerstört.

9. April 1453: Baltaoğlu Süleyman Bey machte den ersten Angriff, um ins Goldene Horn einzudringen.

9.-10. April 1453: Ein Teil der Stadtmauern am Bosporus wurden erobert. Baltaoğlu Süleyman Bey eroberte die Prinzeninseln.

11. April 1453: Der Beschuss der großen Stadtmauern begann. Hier und da öffneten sich Löcher. Die Schäden an der ständig beschossenen Stadtmauer erreichten wichtige Ausmaße.

12. April 1453: Die Flotte griff die das Goldene Horn schützenden Schiffe an, jedoch verdarb die Überlegenheit der christlichen Schiffe dem osmanischen Heer die Laune. Auf den Befehl des Eroberers Sultan Mehmed wurde begonnen, die Schiffe im Goldenen Horn mit Mörserkanonen zu beschießen und eine Galeere wurde versenkt.
Nacht vom 18. April 1453: Der Sultan gab den ersten großen Angriffsbefehl. Der vier Stunden dauernde Angriff wurde zurückgeschlagen.

20. April 1453: Es fand eine Seeschlacht zwischen vier Schiffen des Gegners, die aus drei mit Nahrung und Waffen beladenen päpstlichen Schiffen und einem byzantinischen Schiff bestanden, sowie der osmanischen Flotte vor Yenikapı statt. Der Sultan kam persönlich ans Ufer und gab Baltaoğlu Süleyman Pascha den Befehl diese Schiffe um jeden Preis zu versenken. Obwohl sie zahlenmäßig überlegen war, konnte die osmanische Flotte die größeren und höheren Schiffe des Feindes nicht hindern. Diese Niederlage bewirkte im osmanischen Heer eine Auflösung. Soldaten begannen das Heer zu verlassen. Hierauf schlug der Kaiser, der hieraus Nutzen ziehen wollte, einen Frieden vor. Mit der Unterstützung des Großwesirs Çandarlı Halil Pascha wurde dieser Vorschlag abgelehnt und die Belagerung sowie der Beschuss der Mauern mit Kanonen wurden fortgesetzt.

In dieser Auslösungsatmosphäre erhielt Eroberer Sultan Mehmed einen die Eroberung verkündenden Brief seines Scheichs und Lehrers Akşemseddin Hazretleri. Während Eroberer Sultan Mehmed auf der einen Seite unter dem Einfluss dieser geistlichen Unterstützung den  Angriff verstärkte, führte er auf der anderen Seite  neue Unternehmungen durch, die alle verwirrten. Die in Dolmabahçe anliegende Flotte sollte über Land ins Goldene Horn heruntergelassen werden!...

22. April 1453: In den frühen Morgenstunden sahen die Christen mit Verwunderung und Schrecken, wie Schiffe durch den unglaublichen Ehrgeiz vom Eroberer Sultan Mehmed über den Landweg  auf dem Bergrücken des Goldenen Horns voranschritten. Ungefähr 70 von Ochsen gezogene Schiffe wurden von hunderten von Seemännern mit Tauen ausbalanciert und schritten auf Schlitten voran. Am Nachmittag waren die Schiffe im Goldenen Horn. Der unerwartete Anblick der türkischen Schiffe im Goldenen Horn hatte einen negativen Einfluss auf Byzanz. In der Zwischenzeit wurde die Verteidigung der Landstadtmauern geschwächt, da ein Teil der byzantinischen Streitkräfte begonnen hatte, die Mauern des Goldenen Horns zu verteidigen.

28. April 1453: Der Versuch, die Schiffe zu verbrennen, wurde durch starkes Kanonenfeuer verhindert. Zwischen Ayvansaray und Sütlüce wurde eine Brücke errichtet und von hier aus wurden die Mauern des Goldenen Horn unter Beschuss genommen. Sämtliche Mauern entlang des Meeres wurden belagert. Dem Kaiser wurde durch die Genueser vorgeschlagen, sich bedingungslos zu ergeben. Falls er sich ergeben sollte, könnte er an jeden von ihm gewählten Ort frei abziehen und das Leben sowie Hab und Gut der Bevölkerung würde sicher sein. Der Kaiser akzeptierte diesen Vorschlag nicht.

7. Mai 1453: Der 3 Stunden dauernde und mit 30 tausend Mann durchgeführte Angriff auf die Mauern über dem Bayrampaşa Fluss blieb erfolglos.

12. Mai 1453: Der große Angriff zwischen Tekfursarayı und Edirnekapı wurde zurückgeschlagen.

16. Mai 1453: Der vor Eğrikapı gegrabene Tunnel und der von den Byzantinern gegrabene Tunnel vereinten sich und es fand unter der Erde eine schwere Schlacht statt. Der am selben Tag auf die Kette des Goldenen Horns durchgeführte Angriff blieb ebenfalls erfolglos. Am nächsten Tag wurde erneut angegriffen, jedoch kein Erfolg erzielt.

18. Mai 1453: Mit einem hölzernen, beweglichen Turm begann ein Angriff aus Richtung Topkapı. Die schweren Kämpfe dauerten bis zum Abend an. Die Byzantiner verbrannten in der Nacht den Turm, entleerten die gefüllten Gräben. Am nächsten Tag wurde der Beschuss der Stadtmauern mit schwerem Kanonenfeuer fortgeführt.
25. Mai 1453: Eroberer Sultan Mehmed schlug dem Kaiser durch seinen Gesandten İsfendiyar Beyoğlu İsmail Bey ein letztes Mal vor, sich zu ergeben. Gemäß dieses Vorschlags könnte Kaiser mit all seinen Gütern und seiner Schatzkammer an einen von ihm gewählten Ort abziehen, diejenigen aus der Bevölkerung, die dies ebenfalls wünschten, könnten auch ihr Hab und Gut nehmen und auswandern, die zurückbleibenden sollten ihr Hab und Gut behalten. Auch dieser Vorschlag wurde abgelehnt.

26. Mai 1453: Da die Gerüchte, dass die Belagerung sofort aufgehoben werden müsse, da sonst auch Ungarn auf der Seite von Byzanz eingreifen würde, und dass außerdem sich eine von den europäischen Staaten geschickte große Flotte nähern würde, zunahmen, rief der Eroberer  Sultan Mehmed den Kriegsrat zusammen. Auf dieser Versammlung verlangten Çandarlı Halil Paşa, der von Anfang an gegen die Belagerung gewesen war, und seine Anhänger, die Aufhebung der Belagerung. Der Sultan und Persönlichkeiten wie  sein Ziehherr Zağanos Pascha, sein Lehrer Akşemseddin, Molla Gürani und Molla Hüsrev wehrten sich vehement dagegen. Es wurde beschlossen, den Angriff fortzusetzen und Zağanos Pascha wurde beauftragt die Vorbereitungen zu treffen.

27. Mai 1453: Der Generalangriff wurde dem Heer mitgeteilt.

28. Mai 1453: Dem Heer wurde befohlen, sich für den am nächsten Tag stattfindenden Angriff vorzubereiten und sich dann auszuruhen. Im Heer herrschte absolute Stille. Eroberer Sultan Mehmed besuchte die Reihen und ermutigte die Soldaten. In Istanbul hingegen wurde ein religiöser Ritus abgehalten, der Kaiser rief in der Haigia Sofia alle zur Verteidigung auf. Dies war der letzte Ritus von Byzanz.

29. Mai 1453: Die Truppen ordneten sich für den Angriff. Eroberer Sultan Mehmed gab gegen Morgen den Angriffsbefehl. Während auf der Seite Konstantinopels die Soldaten die Kampfstellungen einnahmen, füllte das Volk die Kirchen. Das osmanische Heer begann unter Gottesausrufen und Trommelgeräuschen den letzten großen Angriff zu Land und zu Wasser. Den ersten Angriff machten die Leichtinfantristen, danach griffen die anatolischen Soldaten an. Nachdem die durch das Loch in der Mauer eingedrungenen 300 Soldaten gefallen waren, griffen die Janitscharen an; durch die Ermutigungen des Eroberers Sultan Mehmed, der zu ihnen gekommen war, begannen sie Brust an Brust zu kämpfen. Ulubatlı Hasan, der die erste türkische Fahne auf der Stadtmauer hochzog, fiel hier. Die byzantinische Verteidigung brach zusammen, als die Janitscharen durch das Belgradkapi Tor eindrangen und die letzten Widerstandskämpfer in Edirnekapi von hinten eingekreist wurden.

Der von seinen Soldaten verlassene Kaiser wurde in Straßenkämpfen getötet. Die von allen Seiten in die Stadt eindringenden Türken brachen die byzantinische Verteidigung vollständig. Eroberer Sultan Mehmed drang gegen Mittag in die Stadt ein, ging sofort zur Hagia Sofia und wandelte sie in eine Moschee um. So endete eine Epoche und eine neue begann.

Folgen der Eroberung

Die Eroberung Istanbuls hatte hinsichtlich der Türken, des Islams und der Welt wichtige Folgen, die den Verlauf der Geschichte bestimmen sollten. Aus diesem Grunde glauben viele Historiker, dass das Mittelalter mit der Eroberung Istanbuls endete.

Mit der Eroberung stärkten die Osmanen zugleich ihre Überlegenheit gegenüber vielen in Anatolien gegründeten türkischen Fürstentümern. Aus diesem Grund ist die Eroberung Istanbuls ein wichtiger Faktor für das Erreichen der türkischen Einheit in Anatolien. Mit der Eroberung begann der Prozess, in dem die Osmanen nicht nur die Führerschaft der Türken in Anatolien, sondern der gesamten islamischen Welt übernahmen. Auf diese Weise sollte das osmanische Fürstentum zu einem Weltstaat werden.

Nach der Eroberung wurde der Islam unter der Führung der Osmanen zu einem der grundlegenden dynamischen Kräfte der Weltpolitik. In sämtlichen in jener Zeit erlebten internationalen Geschehnissen spielten die Moslems eine bedeutende Rolle.

Das europäische Christentum hatte nahezu drei Jahrhunderte lang versucht, den Islam aus der Fordere Asien durch die Kriegszüge zu vertreiben. In diesem Kampf hatte Istanbul die Funktion eines Vorpostens für die Kreuzritter. Nach der Eroberung Istanbuls wurde die Herrschaft des Islams im Fordere Asien vollständig von der christlichen Welt akzeptiert und kein neuer Versuch unternommen, dieses Land durch Kreuzzüge zurückzuerobern. Im Gegenteil, die islamische Religion sollte in das Innere von Europa eindringen. Die Eroberung Istanbuls ist für die Moslems der Anfangspunkt einer gegen Europa gewonnenen Überlegenheit, die lange Jahre andauern sollte.

Ein anderer  Grund für die Wichtigkeit der Eroberung Istanbuls hinsichtlich der Weltgeschichte sind seine Konsequenzen für die Renaissance. Nach der Eroberung wanderten viele byzantinische Philosophen und Künstler vor allem nach Rom aus und nahmen sehr wertvolle Handschriften mit sich. Diese Personen spielten eine wichtige Rolle bei der Rückkehr zur klassischen griechischen Kultur und kurze Zeit später begann in Europa die Renaissance-Bewegung.

Der Eroberer Sultan Mehmed

Er ist der 7. Sultan, der zwischen 1432-1481 lebte. Er bestieg den Thron zwei Mal in 1444 und 1451 und regierte insgesamt einunddreißig Jahre. Kronprinz Mehmed, auf dessen Bildung von klein auf großen Wert gelegt wurde, wurde von führenden Gelehrten jener Zeit wie Molla Yegan, Akşemseddin, Molla Gürani und Molla Ayas erzogen. Gemäß der damaligen Traditionen wurde er zum Statthalter von Manisa gemacht, damit er Erfahrungen in der Staatregierung sammeln konnte.

Durch eine perfekte Erziehung genoss er Bildung in Mathematik, Geometrie, religiöses Kommentieren, Aussprüche des Propheten, Rechtswissenschaft, theologisches Studium sowie Geschichtswissenschaften. Um seine Untertanen in ihren Sprachen ansprechen zu können, lernte er Arabisch, Persisch, Lateinisch, Griechisch und Serbisch. Er wuchs heran als ein starker Soldat und ein weitsichtiger Philosoph. Der Eroberer, der sich mit Literatur beschäftigte, nahm seien Platz unter den Meistern der Dichtung ein und schrieb unter dem Pseudonym "Avni” wertvolle Gedichte. Die im Serail verfasste erste Gedichtsammlung stammt vom Eroberer.

Eroberer Sultan Mehmed wurde während seiner Statthalterschaft von Manisa zum Sultan ausgerufen, als  sein Vater Sultan Murad II. beschloss, vom Thron abzusteigen. Die europäischen Staaten, die durch die Tatsache, dass auf dem Thorn ein Sultan im Kindesalter saß, ermutigt wurden, begannen die osmanischen Gebiete anzugreifen. Sie bereiteten ein großes Kreuzritterheer vor, um die Osmanen aus Europa zu vertreiben. Hierauf übernahm Sultan Murad II.  des Heeres und besiegte in der Feldschlacht von Varna das Kreuzritterheer. Nach dieser Schlacht übernahm Sultan Murad II. erneut die Führung des Staates. Eroberer Sultan Mehmed wurde nach Manisa geschickt. Er setzte seine Bildung durch die wichtigsten Gelehrten der Epoche auch in seiner zweiten Kronprinzzeit fort.

Nach dem Tod von Sultan Murad II.  kam Eroberer Sultan Mehmed in die Hauptstadt Edirne und bestieg zum zweiten Mal den Thron. Nach der Thronbesteigung war seine erste Handlung, die Umsetzung seiner Pläne zur Eroberung Istanbuls, die er seit seiner Kronprinzenzeit machte. Zuerst ließ er gegenüber der Anadolu Festung die Rumeli Festung errichten. Nebenbei ließ er von ihm selbst entworfene Kanonen in einer in Europa noch nie gesehenen Größe  gießen und gründete eine Flotte. Am Angriffstag übernahm er die direkte Befehlsgewalt.

Nach der Eroberung Istanbuls versuchte er die Gebiete bis zur Donau zu beherrschen und das serbische Problem zu lösen. Er sorgte dafür, das Serbien unter osmanische Herrschaft kam. Er setzte seine Eroberungszüge fort und eroberte den Handelshafen Kele der Genueser und Asmasra, das wichtiger Stützpunkt war. Danach eroberte er Sinop und zerstörte das Fürstentum Candaroğulları; außerdem eroberte er Trabzon und  zerstörte den Pontus Staat. Er fügte die Insel Midilli dem osmanischen Reich hinzu. Er vollendete die Eroberung von Bosnien-Herzegowina. Er vereinte die Gebiete südlich der Donau unter osmanischer Herrschaft. Er eroberte Konya von den Karamanen und gründete die Provinz  Karaman. Er nahm den Veneziern die Insel Eğriboz. Außerdem zerstörte er die Herrschaft der Alaiye (Alanya) Fürsten. Er besiegte Uzun Hasan, den Herrscher der Akkoyunlu, in der Schlacht von Otlukbeli und stellte Anatolien unter absolute osmanische Herrschaft. Später wandte er sich nach Westen und eroberte einige genuesische Festungen und stellte das Krim Khanat unter osmanische Herrschaft. Er eroberte Albanien. Otranto in Süditalien kam unter osmanische Herrschaft. Hierauf geriet der Papst in große Panik. Er rief die europäischen Staaten zu einem neuen Kreuzzug auf. Jedoch trauten sich die europäischen Staaten nicht.

Eroberer Sultan Mehmed starb im Frühjahr 1481 in der Nähe von Gebze während eines neuen Kriegszuges. Einigen Forschern zufolge wurde er vergiftet.

Eroberer Sultan Mehmed als Staatsmann und Wissenschaftler

Eroberer Sultan Mehmed, der eine selten anzutreffende, sehr intensive Bildung genoss, wurde schon im Kindesalter zum Staatsmann erzogen. Er besaß überlegene Befehlshabereigenschaften. Er nutzte sein sehr gut organisiertes Heer  ausgezeichnet in Kämpfen. Er informierte sogar seine nächsten Verwandten nicht über seine bevorstehenden Kriegszüge und legte größten Wert darauf, dass diese geheim blieben. Er war der erste Sultan, der den Kanonen die nötige Beachtung schenkte. Vor dem Eroberer wurde die Kanone in der ganzen Welt zur akustischen Abschreckung des Feindes verwendet. Man konnte sich nicht ausdenken, dass sie große Festungen zerstören und in Feldschlachten eine wichtige Rolle spielen könnte. Der Eroberer
bedachte all diese Möglichkeiten und ließ Kanonen in einer zuvor nie gesehenen Zahl und Größe bauen. Er führte die Ballistik-und Widerstandsrechnungen der Kanonen persönlich durch.

Er glaubte von Herzen an die Gründung eines Weltstaates. Um dieses Ideal zu erreichen, verbrachte er sein Leben mit Eroberungen. Während seiner 32 Jahre dauernde Herrschaft  eroberte er die Gebiete von 17 kleinen und großen Staaten, unter denen sich zwei Kaiserreiche, sechs Fürstentümer, fünf Herzogtümer befanden. Er machte das Schwarze Meer zu einem türkischen Meer, eroberte die gesamte Balkan-Halbinsel und gewann einige Insel in der Ägäis. Er vergrößerte das Gebiet der Osmanen, das er von seinem Vater Sultan Murad II. erhalten hatte, um das 2,5-Fache.

Eroberer Sultan Mehmed spielte sowohl mit seinen Eroberungen als auch mit seinen Verordnungen, die er machte, um dem Staat seine geordnete und dauernde Struktur zu verleihen, eine bedeutende Rolle in der osmanischen Geschichte. Mit seiner Kanunname (Gesetzgebung)  führte der Eroberer Regeln für die Verwaltungs-, Finanz- und Rechtsressourcen ein und ordnete so die Funktion des Staates. Als ein weitsichtiger und offen denkender Sultan leistete er auch für die Entwicklung von Kunst und Kultur Pionierarbeit. Er zeigte den Menschen hinsichtlich ihres Glaubens eine zuvor noch nie gesehene Toleranz. Nach der Eroberung Istanbuls lud er italienische Humanisten und griechische Wissenschaftler in seinen Palast ein. Er wurde zum einzigen und größten Beschützer des Orthodoxentums. Der Patriarch wurde gemäß dem osmanischen Protokoll dem Rank des Wesirs gleichgesetzt. Er ließ Patriarch Patrik Gennadios II.  ein Werk über die Grundprinzipien des christlichen Glaubens verfassen und ins Osmanische übersetzen.

Die acht Koranschulen, die er um die Fatih Moschee herum bauen ließ, waren ein Jahrhundert lang die wichtigste Bildungsstätte des Reiches auf dem Gebiet der islamischen Wissenschaften. Er versammelte von Zeit zu Zeit die als "Ulema” bezeichneten islamischen Theologen um sich herum und hörte sich ihre Diskussionen an. Er zeigte sich den Gelehrten sehr nahe und behandelte sie mit Respekt. Während der Herrschaft des Eroberers erreichte das Osmanische Reich Höhepunkte auf den Gebieten der Mathematik, Astronomie und Theologie.

OTTOMANISCHES REICHPERIODE (1453-1923)

Nachdem Istanbul durch die Ottomanischen Armee unter der Führung von Sultan Mehmed erobert wurde, wurde binnen drei Tagen Ruhe geschaffen. Danach wurde mit prächtigen Festen die Eroberung gefeiert. Nach der Feier hat Fatih Sultan Mehmed seinen Soldaten verboten in die Stadt zu gehen. Sehr schnell wurde die Stadt unter Kontrolle genommen. Es wurde bekannt gegeben, daß die Griechen ihre eigene Religion und Tradition weiterführen dürfen. Fatih Sultan Mehmed befahl den Orthodox Griechen dem offenen Patriarchat Stelle jemanden zu wählen.

Da, die Juden bei der Eroberungszeit sich positiv verhielten bekamen Sie das Recht über Ihre Synagoge zu verfügen und dem Rabbi wurden Komplimente gemacht. Der türkisch-jüdischer Gruppe Karayim Gemeinde wurde in dem Ort, in dem Arpacılar Gebetshaus sich befindet ein Gebetsplatz zugeteilt. Später wurde auch der armenischen Gemeinde ein Patriarch zugestellt und auf das   Gleichgewicht zwischen den Gemeinden acht gegeben.

Nach dem Fatih Sultan Mehmed in der Stadt Ordnung geschaffen hatte, fing er schnellstens mit Aufbautätigkeiten an. Seine ersten Renovierungsarbeiten waren die Staatsmauern, die in der Eroberungszeit ruiniert waren. Die Graben wurden gereinigt und die abgebrochenen Teile erneuert. Fatih Sultan Mehmed hat den ungepflegten und ruinierten Haghia Sophia gekauft, ließ es renovieren und umwandelte in eine Moschee.

Ein Teil der mehreren von Fatih Sultan Mehmed nach der Eroberung erneuerten und gestifteten Bauten und Stiftungen sind wie folgt; Auf den Namen Şeyh Ebu-l-Vefa, in dem heutigen Ort Vefa gegründete Moschee, in dem heutigen Ort Eyüp gegründetes Mausoleum und seine neben Anlagen von Eyyub el-Ensari, auch als Staatsschatzkammer tätiger Yedikule, auf einem der sieben Hügel der Stadt gegründeter und nach dem Ortseigenem Namen benannter Fatih Moschee und die dazugehörigen Anlagen, Saray-i Atik das Schloss das in der Umgebung der heutigen Beyazit Platz gebaut wurde, von dem heute keine Spuren mehr gibt und Saray-i Cedid (heute Topkapi Serail).

Unter den anderen wichtigen Werke dieser Zeit zählen: Werke wie Mahmud Pasa Moschee, Gedik Ahmet Moschee, Nisanca Moschee von Karamani Mehmed, Griechischer Mehmed Pasa Moschee, Has Murad Pasa Moschee, İbrahim Pasa Moschee und die Armenküchen und ähnliche Gebäuden, Wasseranlagen, die von den Quellen der Belgrad Wälder Wasser in die Stadt leiten, Sehr viele Waisenschulen, Armenküchen, Herberge, Karawanserei und der Grand Bazaar in unserer Zeit.

Nach der Eroberung wurden zur Entwicklung der Stadt neue Siedlungsgebiete errichtet. Die leeren Grundbesitze wurden neben den Leuten, die bei der Eroberung große Dienste leisteten, auch jeden ohne Kosten zugeteilt. Mohammedanische Bürger aus Anatolien und Rumelien (europ. Teil Türkei) wurden ermutig in die Stadt einzuwandern. Da, dies auch nicht genügte, wurden an die Staatsgouverneure angeordnet von jeder Bürgerklasse eine bestimmte Zahl an Leuten nach Istanbul zu schicken. Von bestimmten Gebieten wurden auch Christen und Juden in die Stadt gebracht und an verschiedenen orten untergebracht.

Die Ortschaften, die durch diese Einsiedlung und zwingender Einwanderung zum Zwecke der Vermehrung vom Bevölkerungszahl gegründet wurden, stellten den Grundsatz der späteren Verwaltungsbau von Istanbul. Im Jahr 1459 wurde Istanbul in vier Verwaltungseinheiten, von dem jeder verschiedene demographische Eigenschaften besitzt, geteilt. Einer davon, die Zentrale der Verwaltung,  war in im inneren der Staatsmauern, die andere drei befanden sich außerhalb der Staatsmauern, in als "Bilad-i Selase" genanntem Eyüp, (einschließlich großer- und Kleiner Cekmece, Catalca und Silivri), Galata und Üsküdar. Gegen Ende 1457, nach dem großen Brand der alten Hauptstadt Edirne  kamen neue Einwandere in die Stadt und die Stadt wurde fröhlicher. Die Stadt Istanbul wurde 50 Jahre nach der Eroberung die größte Stadt Europas geworden.

Bis  zum 16.Jahrhunder als eine Großstadt gekommener Stadt Istanbul, erlitt bei dem als kleiner Weltuntergang genantem Erdbeben am 14. September 1509, großen Schaden. In dem 45 Tage dauernden Erdbeben wurden tausende von Gebäuden ruiniert, es gab keine einzige Minarette, die nicht zerstört wurde. Die Stadt wurde im Jahre 1510 Sultan II. Bayezid mit Einsatz von 80 Tausend Personen fast ganz neu gegründet. Daher blieb das Meiste der bis heute zurück gebliebenen Werke aus diesen Perioden.

Zeitalter des Süleyman, den Prächtigen

Der Zeitraum, in dem Süleyman der Prächtige 46 Jahre von 1520 bis 1566 auf dem Thron saß, war sowohl für den Staat als auch für Istanbul eine Aufstiegsepoche. In dieser Ära wurden in Istanbul zahlreiche Werke von unermesslichem Wert errichtet, die heute noch vorhanden sind. Die bei einem Erdbeben in 1509 sehr beschädigte Stadt wurde neu und in einer planmäßigeren Weise restauriert; die Stadt erhielt durch neue Dämme, Wasserwege und Brunnen  reichlich Wasser. Istanbul, das mit Koranschulen, Karawanengaststätten, Hamams, Privatgärten des Sultans und Brücken ausgestattet wurde, gewann das Aussehen einer Großstadt. Wiederum in dieser Zeit wurde der Goldene Horn - Galata Hafen zu einem der meist besuchten Häfen des Mittelmeeres.

Die in dieser Zeit errichteten Werke und besonders diejenigen, die von Mimar Sinan gebaut wurden, gaben der Stadt ein neues Aussehen. Die Süleymaniye Moschee und ihr Baukomplex, die Sehzadebası Moschee und ihr Baukomplex, die Sultan Selim Moschee und ihr Baukomplex, die Cihangir Moschee, die im Namen der Sultanin Mihrimah Sultan in Edirnekapı und Üsküdar errichteten Moscheen, der im Namen der Sultanin Hürrem Sultan errichtete Haseki Baukomplex und der Haseki Hamam sind die wichtigsten, in dieser Zeit errichteten Werke. Die in diesem Zeitalter eröffneten Sahn-ı Süleymaniye Koranschulen gaben Istanbul die Eigenschaft eines Bildungs- und Wissenschaftszentrums.

Das Zeitalter des Prächtigen Sultans war für Istanbul eine Epoche der planmäßigen Urbanisierung. Auf der einen Seite wurden neue Zuwanderungen in die Stadt verhindert und auf der anderen Seite wurde die Errichtung von Häusern im Bereich der Stadtmauern verboten. Es wurde vorgeschrieben, dass die Fenster jedes Hauses Fensterläden zu besitzen haben  und dass bei sämtlichen Bauten in Galata Steine verwendet werden müssen. Um Istanbul mit reichlich Wasser zu versorgen, wurden viele Anlagen mit aus der Staatskasse zur Verfügung gestellten Mitteln fertiggestellt, wobei das Zwangsarbeitssystem nicht genutzt wurde. Die Stadt wurde mit den Privatgärten des Sultans in  Sarayburnu, Tersane, İskender Çelebi, Dolmabahçe, Tokat, Çubuklu, Sultaniye, Üsküdar, Haydarpaşa, Kandilli und mit dem Forstschutzgebiet in Büyükdere geschmückt. Die Nahrungsversorgung und Bedürfnisse der gesamten Stadt wurden vom Staat übernommen; zu diesem Zweck wurden den Städten in Rumelien, der Schwarzmeerküste und Ägypten einige Verpflichtungen auferlegt. Außerdem lernte Istanbul in dieser Zeit die "Lesestuben" (Kaffeehäuser) kennen.

Istanbuls Wachstum und Expandieren außerhalb seiner alten Grenzen sowie die Entstehung von neuen Stadtgebieten fand ebenfalls im Zeitalter de Prächtigen Sultans statt. Die Stadtkreise Kasım Paşa, Piri Paşa, Piyale Paşa und Ayas Paşa wurden in dieser Zeit gegründet. Auch Galata blühte in dieser Zeit und hatte allein die Größe einer Stadt erreicht. Wiederum in dieser Zeit sollten die ersten diplomatischen Vertretungen in Beyoğlu eröffnet werden.

Das Istanbul im Zeitalter des Prächtigen Sultans erlebte auch einige große Katastrophen. Die Pestseuche suchte Istanbul in dieser Zeit häufig auf. Der Band von 1554 zerstörte den Stadtteil von der Hagia Sofia bis nach Tahtakale, während der Brand von 1555 in Galata zu großen Verheerungen führte. Im starken Sturm von 1554 schlug das Meer große Wellen, die Flüsse überfluteten sich, so dass viele Menschen ertranken. Die durch die starken Niederschläge in 1563 entstandenen Fluten riefen noch größere Schäden hervor, so dass selbst Süleyman der Prächtige während seiner Jagd in Yeşilköy in Gefahr geriet.

Istanbul in der Tulpenepoche

Die Tulpenepoche war zwischen 1718-1730, d.h. während des Sultanats von Sultan Ahmed III. und dem Großwesirtum des Nevşehirli Damat İbrahim Paşa. Diese Epoche erhielt ihren Namen von den Tulpen um den Serail herum und von der beginnenden Passion der Reichen, Tulpen zu züchten.

In der Tulpenepoche durchlebte Istanbul viele Erneuerungen und Veränderungen. Großwesir Nevşehirli Damat İbrahim Paşa, begeistert von den Projekten, die er aus Paris und Wien mitbrachte, griff in den Bebauungsplan Istanbuls ein. Zuerst wurde das Goldene Horn bereinigt und die Ufer des Kağıthane Flusses und des Goldenen Horns wurden zu Ausflugsorten. In Kağıthane wurde für den Sultan das Sadabad Schlösschen errichtet und seine Umgebung mit Tulpengärten geschmückt. Diese Gärten waren der Grund dafür, dass unter den Reichen eine Tulpenzücht-Euphorie auftrat. Wiederum in dieser Epoche wurden in den Gebieten von Üsküdar, Beylerbeyi, Bebek, Fındıklı, Alibeyköyü, Ortaköy und Topkapı viele Schlösschen und Gärten errichtet. Gemeinden, die zuvor durch Brände zerstört worden waren, wurden neu aufgebaut.

Die Erneuerungen, die Istanbul in der Tulpenepoche erlebte, beschränken sich nicht nur auf die Architektur. Zum ersten Mal wurde in dieser Epoche die Feuerwehrorganisation gegründet; die erste Druckerei wurde in dieser Ära von İbrahim Müteferrika in Betrieb genommen. Außerdem wurden eine Fliesenfabrik, eine Stofffabrik und die Yalova Papierfabrik in dieses Jahren geöffnet.
I

n der Tulpenepoche erlebten auch Kunst und Literatur eine Blühte. Besonders Dichter und Maler wurden im Serail geehrt. In dieser Zeit brachte auch die türkische Architektur die letzten Wunderwerke der klassischen Epoche hervor. Emetullah Gülnuş Valide Camii, die von Sultan Ahmed III. vor dem Topkapı Serail und in Üsküdar errichteten Brunnen und das Grabmal von Damat İbrahim Paşa sind die hervorragenden dieser Werke. Die Tulpenepoche endete mit der Rebellion des Patrona Halil. Während dieser Rebellion wurden die meisten der Tulpengärten und Schlösschen, die das Symbol dieser Ära waren, vernichtet.

Die Reformenepoche

Mit der Verlesung des Reformendekrets am 3. November  1839 im Gülhane Garten des Topkapı Serails begann in Istanbul eine neue Epoche. In dieser Epoche, in der die Verwestlichung an Geschwindigkeit gewann, erlebte man in Istanbul auf vielen Gebieten, d.h. von der Architektur bis zur Bekleidung, von den Erziehungsanstalten bis  den Industrieunternehmen, viele Erneuerungen. In dieser Epoche begann die Stadt sich in neue Gebiete zu erstrecken. Während die Besiedlung vom Gebiet innerhalb der Stadtmauern in Richtung Bakırköy und von Galata nach Teşvikiye stattfand, beschleunigte sich die Bebauung in Bosporus nach Sarıyer. Die anatolische Seite vergrößerte sich in Richtung Bostancı und Beykoz.

Parallel zum Anwachsen der Stadt  war auch eine schnelle Bebauungsaktivität zu erkennen. Auf der einen Seite die Sultane und auf der anderen Seite die Staatsmänner, nicht-moslemische Reiche und fremde Vertretungen  wetteiferten gleichwohl in der Errichtung von Palästen, Schlösschen  und Gutshäuser. Die Serails von Dolmabahçe, Çırağan und Beylerbeyi, die Paläste von Ihlamur Küçüksu und die Schlösser von Ayazağa, Alemdağ, İcadiye und Mecidiye wurden in dieser Ära errichtet. Wiederum in dieser Zeit wurden viele als "mebain-i emriyye” bezeichnete öffentliche Gebäude errichtet. Die Postgebäude in vielen Stadtkreisen, die Waffengießereien von Tophane und Maçka, das Harbiye Gefängnis und das Kriegsministeriumsgebäude von Pangaltı sind die vorrangigen unter diesen.

Die durchlebte schnelle Verwestlichung zeigte ihren Einfluss auch in der Architektur. In dieser Ära verließ man die klassische ottomanische Architektur und neue Gebäude wurden in westlichen Stilen wie Barock, Rokoko, Neogothik und   Ampir gebaut. Diese Veränderung im Stil wirkte sich sogar auf die Moscheenarchitektur aus.

In diesen Jahren fanden wichtige Entwicklungen in der Infrastruktur und Stadtdienstleistungen statt. Die Errichtung einer Brücke auf dem Goldenen Horn, des Tünels (metro), der Eisenbahnstrecke in Rumelien, die Eröffnung des Şirket-i Hayriye, dass sich mit der Seefahrt innerhalb der Stadt  beschäftigte, die Gründung der Şehremaneti (Bürgermeisteramt) Organisation und der übrigen Bürgermeisterämter, die Verlegung der ersten Telegrammleitung, die Gründung des Zaptiye Nezareti (Polizeipräsidium) und die Eröffnung von an diesen gebundener Polizeistationen, die Eröffnung des Vakıf Gureba Krankenhauses und die Einrichtung der Pferdestraßenbahn sind nur einige dieser Entwicklungen.

In dieser Zeit wurde auch großer Wert auf die Öffnung von modernen Erziehungsanstalten gelegt, die den Verwestlichungsprozess nähren sollten. Einige der Schulen, die Eröffnet wurden, sind die Darülfünun, die der Grundstein der heutigen Istanbul Universität ist, die Jungen und Mädchen Rüşdiyeleri (Gymnasien), die Landwirtschaftsschule, die Telegraphenschule, das Darülmaarif (Maarif-Kolleg), Darülmuallimin (Lehrerschule), die Forstwirtschaftsschule, die Hebammenschule, die Mekteb-i Sultani (Galatasaray Gymnasium), die Industrieschule und die Mekteb-i Tıbbiyey-i Mülkiye (Medizinische Schule).

All diese Veränderungen haben natürlicherweise auch das soziale Leben der Stadt tiefst beeinflusst. Besonders die Lebensart der englischen, französischen und italienischen Soldaten und Offiziere, die während des Krim-Krieges nach Istanbul kamen, und der in Galata lebenden Levantiner beeinflusste die Bevölkerung von Istanbul. In dieser Zeit  wurde Beyoğlu mit seinen Gastwirtschaftshäusern, Cafés, Tabakläden, billigen Kabaretts und Theatern vollkommen zu einen Vergnügungsviertel. Griechische, armenische und jüdische Mädchen sangen Kantaten; neben Beyoğlu wurden auch  in Şehzadebaşı und Gedikpaşa große Aufführungen von Lobreden bis zum modernen Theater von   Schaustellerkompanien aufgeführt. Zusammen mit den Vergnügungsangewohnheiten änderten sich auch die Vorlieben des Volkes. Nicht nur die Serailumgebung und die Reichen, sondern auch Familien der mittleren Klasse neigten zum westlichen Luxuskonsum. Die Innendekoration der Wohnungen änderte sich; Möbel wie Tische, Stühle und Sofas begannen die Häuser zu betreten. Wiederum in diesen Jahren begann die Angewohnheit von Winter-und Sommerhäusern. Das Gebiet innerhalb der Stadtmauern und Beyoğlu waren Wintergebiete; der Bosporus, Kadıköy und die Prinzeninseln waren Sommergebiete. Aus diesem Grund wurde der Preis für die Strandvillen am Bosporus im Voraus als jahreszeitliche Miete gezahlt.

Auch die ökonomische Struktur Istanbuls erlebte in dieser Zeit viele Veränderungen. Die Gilden, d.h. die traditionellen Handwerkervereinigungen, wurden aufgelöst und der Staat begann, den Handwerkern Kredite zu geben, damit sie sich Unternehmen gründen konnten. In der Umgebung des Goldenen Horns und von Tophane wurden Industrieanlagen gegründet. Istanbul lernte in dieser Zeit zum ersten Mal Streiks kennen.

In diesen Jahren wurde Galata zum starken Wirtschaftszentrum. Die Bankiers von Galata gaben nun direkt Kredite an den Serail oder leiteten die Devisengeschäfte der Osmanen. Die Anzahl der Staatsobligationen nahm so stark zu, dass die Gründung einer Börse notwendig wurde; die gegründete Galata Börse begann, nicht nur das Interesse der Bankiers von Galata, sondern auch des einfachen Volkes zu wecken.
In diesem Zeitraum wurde das politische Leben in Istanbul sehr aktiv. Auf der einen Seite sollten die Vertreter der Verwestlichung, auf der anderen Seite die Islamisten und Strömungen des Türkentums an Stärke gewinnen und eine reformistische Intellektuellengruppe auftreten; Kunst und Literatur sollte blühen; Zeitungen wie Takvim-i Vekayi, Ceride-i Havadis, Basiret, Vakit, İstikbal, Sadakad, Sabah, Hayat und Cihan sollten veröffentlicht werden.

Die erste Volkszählung in 1844, die Brände von Beyoğlu in 1870 und von Kuzguncuk in 1872, die erste Anwendung der Pockenimpfung in 1845 und Einführung einer Eigentumssteuer für Istanbul sind unter den bemerkenswerten Geschehnissen jener Epoche.

Epoche des Konstitutionalismus

Mit der gewaltsamen Enthronung von Sultan Abdülaziz und  der Krönung von Abdülhamid II. nach seinem Versprechen, den Konstitutionalismus auszurufen, begann in Istanbul eine neue  Epoche (31. August 1876). Sultan Abdülhamid II rief am 23. Dezember 1876 den Konstitutionalismus aus. Jedoch rief der kurz darauf ausbrechende Türkisch-Russische Krieg (27. April 1877) in Istanbul Panik hervor. Während dieses Krieges machte Istanbul aufgrund seiner Nähe zur rumelischen Front viele Aspekte dieses Krieges mit. Der Transport von Soldaten durch die Stadt nach Westen und die von der Front zurückkehrenden Kranken und Verwundeten sowie die vor dem Krieg flüchtenden rumelischen Emigranten riefen in der Stadt große Probleme hervor. Diese Emigranten versuchen im Elend in Moscheen und Religionsschulen sowie in Holz-und Blechbaracken zu leben, die überall auf leeren Plätzen errichtet wurden. Aufgrund all dieser Geschehnisse wird dieser Krieg unter der Bevölkerung als die "Kriegskatastrophe von Dreiundneunzig" bezeichnet. Am 13. Februar 1878 schloss Sultan Abdülhamid das Meclis-i Mebusan Parlament auf unbestimmte Zeit. Als am 3. März 1878 die russischen Heere bis nach Yeşilköy (Ayastefanos) vormarschierten, wurde der Ayastefanos-Vertrag unterschrieben; eine lange Friedenszeit begann.

1881 wurde für die unbezahlten Schulden des Ottomanischen Reiches die Duyun-u Umumiye gegründet. Obwohl viele der Steuern des Staates beschlagnahmt wurden, wurden für die Bebauung Istanbuls wichtige Schritte getan. Unter diesen befinden sich Säuberung der Brandstellen und ihre Öffnung als Ansiedlungsgebiete, die Erweiterung des Terkos Wassersystems, der Hamidiye Wasser und des Gasversorgungssystems.

Istanbul erlebte in dieser Zeit ein großes Erdbebenunglück. Im Erdbeben von 1984, dass unter dem Volk als "das Erdbeben von Dreizehnhundertzehn" bekannt ist, wurde das Gebiet innerhalb der Stadtmauern sehr zerstört. Jedoch wurden sehr schnell Wiederaufbauarbeiten vorgenommen. Unter den übrigen in dieser Epoche vorgekommenen Geschehnissen sind die Unruhen von  1895 und 1896 sowie zwei 1905 und 1906 versuchte Attentate  zu nennen. Das erste davon wurde gegen den Sultan verübt und war erfolglos; in dem anderen verlor Şehremini Rıdvan Paşa das Leben. Zu den übrigen wichtigen Geschehnissen können einige offizielle Besuche gezählt werden. Unter diesen sind die Besuche vom iranischen Schah Nasıreddin und seinem Sohn, vom früheren USA Präsidenten General Grant und vom deutschen Kaiser Wilhelm II. bemerkenswert. Wilhelm II. ließ zum Andenken an seinen Besuch den berühmten deutschen Brunnen in Istanbul errichten.

Sultan Abdülhamid II. beschäftigte sich auch mit dem Bildungsbereich; er eröffnete viele berühmte Schulen. Er eröffnete die Mekteb-i Mülkiye, Mekteb-i Hukuk, Sanayi-i Nefise mektebi (Schule der Schönen Künste), Hendese-i Mülkiye, Mekteb-i Tıbbiye-i Şahane, Darülmuallimin-i Aliyye, Mekteb-i Fünun-u Maliye, die Apothekerschule, die Handelsschule, Halkalı Ziraat Mekteb-i Alisi, Hamidiye Baytar Mektebi, Forstwirtschafts-und Minenschule, Ticaret-i Bahriye Mektebi, Stummen- und Behindertenschule, Industrieschulen für Mädchen und Jungen, Darülfünun (Universitaet), rüşdiyeler (Gymnasien) und idadiler (Realschulen). Die Zahl der hierauf eröffneten Privatschulen wie  Darülfeyz, Burhan-i Terakki, Numune-i İrfan war 1900 über 30.
Daneben wurden in jenen Jahren wertvolle Kultureinrichtungen wie die Müze-i Humayun (das heutige Archäologische Museum), die Beyazıt Hauptbibliothek, das Yıldız Archiv und ihre Bibliothek, die Hazine-i Evrak (das Präsidentenarchiv). Die medizinische Schule Haydarpaşa Tıbbiye Mektebi, das Şişli Etfal Krankenhaus und das Armenspital Darülaceze wurden in jener Zeit eröffnet und bestehen heute noch. Sultan Abdülhamid II, der es nicht mochte, dass man ihn fotografierte, ließ in dieser Zeit Fotoalben von Istanbul und dem Reich anfertigen.

Sultan Abdülhamid II. rief am 24. Juli 1908 den II. Konstitutionalismus aus und wurde nach dem Geschehnis vom 31. März enthront und ins Exil geschickt. An seiner Stelle bestieg Sultan Mehmet V. Reşad den Thron (27. April 1909). Der hierauf folgende Zeitraum in Istanbul verging bis zur Gründung der Republik mit Kriegen und Unruhen. Nach dem Geschehnis vom 31. März, dass der Anlass für die Thronbesteigung von Sultan Mehmet V. gewesen war, begegneten  die Istanbuler häufig auf den Plätzen erhängten Menschen.

Am 19. Januar 1910 brannte der  Çırağan Palast. Dies war der Anfang einer Serie von Unglücken. Am 9. Juni 1910 wurde der Journalist Ahmed Samim Bey durch ein Attentat ermordet. Am 6. Februar 1911 brannte Babıali. Am 18. Oktober 1912 begann der Balkankrieg. Istanbul erlebte noch einmal die Erscheinungen der Katastrophe des Kriegs von ‘93. Am 23. Januar 1913 fand der Überfall von Babıali statt. Die Regierung des Kıbrıslı Kâmil Paşa dankte unter bewaffneter Bedrohung ab. Am 11. Juni 1913 wurde Großwesir Mahmut Şevket Paşa Opfer eines Attentats. Die überall auftretenden Welle von Bestechung, Sittenlosigkeit und Diebstahl begann die Staatsstruktur zu erschüttern. Bestechungs-und Diebstahlsummen beliefen sich auf zehntausende von Goldstücken. Sultan Mehmet V. Reşat konnte in diese Geschehnisse nicht viel eingreifen. Der wirkliche Herrscher in seiner Amtszeit war die regierende İttihat ve Terakki Partei (Einheit-und Fortschrittspartei).

Am 14. November 1914 brach der I. Weltkrieg aus. Auch wenn die offiziellen Institutionen versuchten, Maßnahmen zu treffen, um gegen das durch den Krieg hervorgerufene Elend und den Hunger zu kämpfen,  so konnte das Horten von Gütern und der Schwarzmarkt nicht verhindert werden. In kurzer Zeit trat eine Klasse von Kriegsreichen auf, die ihr Geld in den Kabaretts, Musikhallen und Restaurants von Beyoğlu verschwendete. Hunger und Elend, zerstörte Gemeinden und reiche Gutshäuser, bettelnde Kriegsinvaliden sowie zu Füssen von Kantatensängerinnen, Sängerinnen und fremden Artisten zerstreutes Geld waren typische und schmerzvolle Ansichten Istanbuls in dieser Zeit.

Jahre der Besetzung und des Waffenstillstands

Obwohl das ottomanische Reich im I. Weltkrieg an vielen Fronten siegte, verlor es aufgrund seiner Verbündeten den Krieg. Nach der Unterzeichnung des Waffenstillstands von Mondros ankerte am 13. November 1918 eine aus 55 Schiffen bestehende Flotte der Entente vor Haydarpaşa und so begann die Besetzung Istanbuls. Jedoch wurde die Stadt nicht ganz besetzt bis zu dem Zeitpunkt, an dem mit dem Beschluss der Konferenz von London Soldaten an Land stiegen.

Das vom Sultan 1918 aufgelöste Meclis-i Mebusan Parlament, trat am 12. Januar 1920 erneut zusammen und nahm am 28. Januar das Misak-ı Milli, d.h. den Nationalpakt, an. Am 4. März 1920 wurde auf der Konferenz von London die Besetzung Istanbuls beschlossen. Am 14. März wurde das Telegraphiezentrum besetzt. In der Nacht vom 15. März begann die komplette Besetzungshandlung. Zahlreich Soldaten wurden ans Land gebracht und so die wichtigsten Stellen der Stadt unter Kontrolle genommen. In den frühen Morgenstunden überfiel eine englische Einheit die Kaserne in Şehzadebaşı und beschoss die Soldaten mit Kreuzfeuer. Gegen Mittag war die gesamte Stadt besetzt worden. Am Nachmittag überfielen die Engländer das Meclis-i Mebusan Parlament. Jedoch konnte das Meclis-i Mebusan Parlament bis zu seiner Auflösung durch den Sultan seine Existenz wahren. Es wurde am 11. April geschlossen und ca. 150 Politiker wurden nach Malta verschleppt.

Während der Besetzungs-und Waffenstillstandsjahre erlebte Istanbul große Kundgebungen, die es zuvor kaum kannte. Am 19. Mai fand die Fatih Kundgebung statt, auf der zum ersten Mal auch Frauen Ansprachen hielten. An der Kundgebung beteiligten sich mehr als 50 tausend Menschen. An den Tagen nach der Wiedereröffnung des Meclis-i Mebusan Parlaments wurde auf dem Sultanahmet Platz eine andere Kundgebung abgehalten, an der 150 tausend Menschen teilnahmen. Zwischen 10. April und 29 . Juli 1922 boykottierten die Studenten und Gelehrten der Darülfünun den Unterricht.

Eine andere in dieser Zeit wichtige Entwicklung war die Gründung einiger geheimer Organisationen in Istanbul und ihre Tätigkeit für die  Unabhängigkeit des Landes. Das Karakol Cemiyeti, die Mim Gruppe und die Müdafa-i Milliye Organisation sind die wichtigsten geheimen Organisationen in Istanbul in jener Zeit. Sie übten Tätigkeiten aus, wie Demonstrationen organisieren, Waffen, Soldaten und Munitionen nach Anatolien transportieren, wo der Freiheitskampf begonnen hatte, und Spionage.

In diesen Jahren hatte Istanbul eine sehr aktive Bevölkerungsstruktur. Während auf der einen Seite die Menschen Istanbul verließen und in die unbesetzten anatolischen Städte emigrierten, fanden auf der anderen Seite viele Menschen in Istanbul Asyl. Unter den nach Istanbul emigrierten befanden sich russische Emigranten, die vor der bolschewistischen Revolution flohen und großen Einfluss auf Istanbul und seine Bevö
Zum Reisen gehört Geduld, Mut, guter Humor, Vergessenheit aller häuslichen Sorgen, und dass man sich durch widrige Zufälle, Schwierigkeiten, böses Wetter, schlechte Kost und dergleichen nicht niederschlagen lässt.

Im Leben geht es nicht darum zu warten, bis das Unwetter vorbei zieht, sondern zu lernen im Regen zu tanzen!

Antwort #1
am: 07. Oktober 2017, 11:06:53

Offline fritz

  • Uzmanlar....!
  • ****
  • 1650
  • vertraue nur dir selbst - jesus und allah.
    • www.friedrich-gstrein.com
die geschichte istanbuls oder konstantinobels.....nobel oder so.

   gefunden in james bond: gedreht in istanbul---da sagt die eine lueften statt luetfen..
   just humor aber wahr....

   fritzi  :kaeffchen:
ruhig, unauffaellig, harmlos und bescheiden bleiben - so haste 4 asse in der hand - und die
5te karte sollte die herz-dame sein.