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Autor Thema: Das osmanischen Reich  (Gelesen 1727 mal)

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am: 12. April 2009, 08:40:42

Online TC Melanie

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Das Osmanische Reich wurde von Osman Bey gegründet. Er wurde zum Führer Kleinfürstentümer der Ogusen und heiratete die Tochter eines der einflussreichsten Führer der Ahi, Scheich Edebali. Innerhalb kurzer Zeit konnten die Osmanen die türkischen Fürstentümer in Anatolien vereinen und somit die Einheit der Türken in Anatolien herstellen. Zuvor drangen sie in Rumeli, in europäisches Gebiet, ein. Der Sohn von Orhan Gazi, Süleymen Bey, setzte 1353 mit einer fünftausend Mann starken Armee nach Thrazien über. Die Landung des Thronfolgers Süleyman Pascha auf der Gallipoli-Halbinsel und somit das Eindringen in Europa gehört zu den wichtigsten Ereignissen der türkischen Geschichte. Sultan Murad I., der Nachfolger von Orhan Gazi, war der eigentliche Eroberer des Balkans. 1362 wurde Edirne erobert und anstelle von Bursa zur Hauptstadt ernannt. 1363 wurden Plovdiv, Zagra und das gesamte Tal des Flusses Meriç erobert. Als Sultan Mehmed der Eroberer 1453 İstanbul einnahm, hörte Byzanz auf zu existieren. Damit war das Mittelalter beendet, und die Neuzeit begann.

Im Westen setzten sich die Osmanen mit den Serben, Bulgaren, Ungarn, Veneziern, dem Österreichisch-Ungarischen Kaiserreich, mit den Spaniern, dem Vatikan, mit England, Polen, Frankreich und Russland auseinander; im Osten waren ihre Gegner die Staaten der Akkoyunlu, Timuriden, Mameluken, Safawiden und Karamanoğulları. Sie konnten ihre Existenz bis zum 20. Jahrhundert aufrechterhalten und ein sich über drei Kontinente erstreckende Reich gründen. Sultan Selim 'Yavuz' eroberte Ägypten, woraufhin das Kalifat an die Osmanen überging. Zur Zeit Süleyman des Gesetzgebers (des Prächtigen) reichten die Grenzen des Staates von der Kirim im Norden bis nach Jemen und Sudan im Süden, bis in das Innere des Irans und bis zum Kaspischen Meer im Osten, bis nach Wien im Nordwesten und bis nach Spanien im Südwesten.

Seit dem 16. Jahrhundert begann das Osmanische Reich, seine ökonomische und militärische Überlegenheit gegen Europa zu verlieren. Im 19. Jahrhundert begannen Aufstände auf osmanischem Boden. Die sich vom Reich lösenden Christen begannen eigene Staaten zu gründen. Auch osmanische Reformbemühungen im Verlauf des 19. Jahrhunderts konnten den Zerfallprozess nicht aufhalten. Die erste Konstitution (Meşrutiyet 1876), die in die Regierungszeit Abdülhamit II. fiel und der Türkei zum erstenmal eine Verfassung im westlichen Sinne bescherte, zeigte keine positiven Auswirkungen.

Die Verfassung wurde von den 'Jung-Türken' genannten Intellektuellen ausgearbeitet und Abdülhamit II. aufgezwungen. Diese konstitutionelle Periode fand jedoch mit der Schließung des Parlaments durch den Sultan ein schnelles Ende, der für seine Maßnahme den Osmanisch-Russischen Krieg von 1877 - 78 zum Vorwand nahm. Als Oppositionsbewegung bildeten die Jung-Türken die 'Partei für Einheit und Fortschritt' und deklarierten die Konstitution ein zweites mal (1908), nachdem sie am 31. März als Folge einer Erhebung die Herrschaft selbst übernommen hatten. Das Reich sah sich indessen neuen Sorgen und Auseinandersetzungen gegenüber. Die Niederlagen im libyschen Krieg mit Italien (1911 - 1912) und im unmittelbar danach ausbrechenden Balkankrieg (1912 - 1913) eröffneten den Weg zur Ein-Parteiendiktatur der Partei für Einheit und Fortschritt. Der Erste Weltkrieg (1914 - 1918) brachte schließlich das Ende. Nach Unterzeichnung des Waffenstillstandsabkommen von Mondros am Ende des Krieges begannen Russland, England und Griechenland mit der Besetzung osmanischen Bodens.

Die osmanische Kultur und Zivilisation

Das Osmanische Reich hinterließ ein ansehnliches kulturelles und zivilisatorisches Erbe. Da dieser Staat auch die kulturellen, künstlerischen und wissenschaftlichen Traditionen anderer türkischer und nicht-türkischer Nationen übernahm, leistete er auch bedeutende Beiträge zur Geschichte der Zivilisationen. Eigene Beiträge leistete er auf künstlerischen Gebieten wie Architektur, Steinhauerei, Holzschnitzerei, Fayencenkunst, Ornamentalkunst, Miniaturmalerei, Kalliographie und Bücherschmuck. Dieses Reich beeinflusste Jahrhunderte lang die Weltpolitik und ließ innerhalb seines ausgedehnten Gebietes gegenüber verschiedenen Religionen, Sprachen und Nationen Gerechtigkeit und Toleranz walten. Er ließ Religion- und Gewissenfreiheit gelten und schützte innerhalb seines Herrschaftsbereichs die Sprachen und Kulturen seiner Volksgruppen.

Der Nationale Befreiungskrieg (1919 - 1923)

Nachdem die Siegermächte entsprechend dem Waffenstillstandsabkommen von Mondros den osmanischen Boden unter sich aufgeteilt hatten, begannen sich in Anatolien und Thrazien Verteidigungsfronten und Widerstandsgruppierungen zu bilden. Das türkische Volk war gezwungen, diese Widerstandsaktivitäten als Unabhängigkeitsbewegungen zu organisieren, und konnte dies erst unter der Führung von Mustafa Kemal verwirklichen. Mit der Landung Mustafa Kemals als Armeeinspektor in Samsun am 19. Mai 1919 begann der vierjährige Nationale Befreiungskrieg. Der am 22. Juni 1919 in Amasya veröffentlichte Erlass war ein Aufruf zur nationalen Befreiung. Ihm folgten die Kongresse von Erzurum und Sivas. Das türkische Volk verkündigte mit diesen Kongressen seine Bereitschaft zur nationalen Unabhängigkeit der ganzen Welt mit diesen Worten: 'Innerhalb der nationalen Grenzen ist das Land ein unteilbares Ganzes. Ein Mandat oder eine Schutzherrschaft werden nicht anerkannt.'

Am 16. März 1920 vollzogen die Entente-Staaten die Besetzung İstanbuls und lösten das Osmanische Parlament auf. Einige Abgeordnete wurden verhaftet, andere konnten nach Ankara fliehen und sich an der nationalen Befreiungsbewegung beteiligen.

Die Grosse Türkische Nationalversammlung wurde am 23. April 1920 in Ankara eröffnet. Zum Parlamentspräsidenten wurde Mustafa Kemal gewählt. Der Nationale Befreiungskampf sollte von nun an im Namen der Nation von diesem Parlament geführt werden. Nachdem Mustafa Kemal vom Parlament zum Oberbefehlshaber bestimmt wurde, begann gegen die imperialistischen Staaten an allen Fronten der Kampf. Dagegen hatte die Regierung in İstanbul am 10. August 1920 das Abkommen von Sèvres unterzeichnet, das schwerste Bedingungen gegenüber der Türkei enthielt. Nach diesem Abkommen, das zum Abbruch der letzten Verbindungen zwischen Ankara und İstanbul führte, sollte den Türken ein kleines Gebiet in Anatolien als Staat verbleiben, während das Land unter der finanziellen und militärischen Kontrolle der fremden Mächte verbleiben sollte.

Mustafa Kemal und die Regierung in Ankara waren entschlossen, das Abkommen von Sèvres nicht zu beachten. Zuerst wurde der Kampf unter dem Oberkommando von Kazım Karabekir gegen die Armenier, die in Ostanatolien einen unabhängigen Staat errichten wollten, geführt und mit Erfolg abgeschlossen. Mit Russland wurde am 2. Dezember 1920 das Abkommen von Gümrü unterzeichnet. Dies war das erste internationale Abkommen, bei dem das Türkische Parlament Vertragspartner war. An der Westfront besetzten die griechischen Streitkräfte am 15. Mai 1919 İzmir und begannen in östlicher Richtung in das ägäische Hinterland einzudringen. Sie wurden aber in der I. und II. Schlacht von İnönü (Januar-April 1921) aufgehalten und erlitten in der Schlacht am Sakarya (August - September 1921) eine schwere Niederlage. Gemäss des mit Frankreich geschlossenen Abkommens von Ankara (Oktober 1921) zogen sich die Franzosen aus Adana und Umgebung zurück. Danach konnten die gesamten Kräfte und Ressourcen des Landes auf die Westfront konzentriert werden, wo ein großangelegter Angriff durchgeführt wurde. Unter der großen Angriffswelle (August - September 1922) erlitten die Griechen eine vernichtende Niederlage. Am 9. September 1922 wurde İzmir befreit. Dieser militärische Erfolg hat die Gründung der Republik Türkei weiter beschleunigt. Zwischen der Regierung in Ankara und den Entente-Staaten wurde das Waffenstillstandsabkommen von Mudanya unterzeichnet und vereinbart (11. Oktober 1922), später zum Aushandeln der Bedingungen für ein Friedensabkommen in Lausanne eine Konferenz durchzuführen. Dass die Entente-Staaten zu dieser Konferenz auch die Regierung in İstanbul einladen wollten, führte zum Ende des Sultanats. Das Türkische Parlament beschloss am 1. November 1922, Kalifat und Sultanat zu trennen und das Sultanat abzuschaffen. Der letzte osmanische Sultan Mehmed VI. (Vahideddin) verließ 17. November 1922 İstanbul.

Das Friedensabkommen von Lausanne (24. Juli 1923)
Die Friedensverhandlungen von Lausanne, an denen die Regierung in Ankara als einziger Vertreter der türkischen Seite teilnahm, begannen am 21. November 1922. Als es bei den Verhandlungen, deren türkische Seite der Außenminister İsmet Pascha (İnönü) anführte, insbesondere bezüglich der Zukunft der Kapitulationen zu Meinungsverschiedenheiten kam, wurden sie im Februar 1923 abgebrochen. Auf eine Note von İsmet Pascha hin wurden sie am 23. April 1923 wieder aufgenommen. Das Friedensabkommen, das 143 Paragraphen und 17 Zusatzverträge, Protokolle und Erklärungen umfasste, setzte einen Schlusspunkt unter den Unabhängigkeitskrieg.

Die Regierung des Türkischen Parlaments wurde offiziell anerkannt, die nationalen Grenzen der Türkei wurden festgelegt, die Kapitulationen aufgehoben, für die osmanischen Schulden Ratenzahlungen vereinbart, und die politische und ökonomische Unabhängigkeit der Türkei zusammen mit den Souveränitätsrechten wurden anerkannt. Das am 24. Juli 1923 in Lausanne unterschriebene Abkommen wurde am 23. August 1923 vom Türkischen Parlament ratifiziert.
Quelle: T.C. Kültür ve Turizm Bakanlığı
Zum Reisen gehört Geduld, Mut, guter Humor, Vergessenheit aller häuslichen Sorgen, und dass man sich durch widrige Zufälle, Schwierigkeiten, böses Wetter, schlechte Kost und dergleichen nicht niederschlagen lässt.

Im Leben geht es nicht darum zu warten, bis das Unwetter vorbei zieht, sondern zu lernen im Regen zu tanzen!


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